15.06.2016, 11:45 Uhr

Fachkräfte-Mangel nimmt Überhand

STRASS i. Z. (fh). Der Spruch "Handwerk hat goldenen Boden" hat sich in den letzten Jahren mehr als relativiert, denn der Mangel an Fachkräften ist eklatant. Es zieht sich durch wie ein roter Faden, denn egal ob Lehrlinge oder ausgebildete Fachkräfte – es fehlen überall Leute. Ein schier erschreckendes Beispiel ist der Betrieb "Elektrotechnik Alex Heim" mit Sitz in Strass i. Z. "Wir suchen nun seit fast drei Jahren einen Lehrling und haben wirklich alles versucht, vom Zeitungsinserat über Aushänge an polytechnischen Schulen und in Rotholz bis hin zum AMS und Online-Jobportalen. Die Resonanz war war so gut wie null, und das wird für uns langsam aber sicher zum Problem", erklärt Alex Heim. "In der ganzen Zeit, in der wir nun auf der Suche sind, hat sich ein Einziger beworben, und man muss sich langsam fragen, wohin das noch führen soll", erklärt Sandra Heim, im Betrieb zuständig für die Administration. Elektrotechnik Heim würde außerdem sofort zwei ausgebildete Elektrotechniker nehmen, um die Arbeit zu bewältigen: "Wir haben Arbeit über beide Ohren und würden sofort Leute einstellen, aber da sind wir schon beim nächsten Problem", erklärt Alex Heim.
Seit Jahren redet die Politik vom Fachkräftemangel und versucht selbigen auch zu bekämpfen, doch die Erfolge sind überschaubar. Speziell im Bereich der mittelständischen Handwerksbetriebe ist der Fachkräftemangel enorm.

Es zieht sich durch
Im Gespräch mit der BEZIRKSBLÄTTER-Redaktion erklärt etwa Peter Flörl (Chef des gleichnamigen Elektrotechnik-Unternehmens): "Es fängt bereits in der Schule an, dass man den Kindern vermittelt, sie müssen halt in die Lehre gehen, wenn sie es schulisch nicht schaffen. Das Image des Arbeiters hat enorm gelitten und es will sozusagen kaum noch jemand einen Handwerksberuf erlernen. Wir haben hier ein Problem und es wird nicht besser", so Flörl.
Auch Jürgen Wolf, Chef vom Metallverarbeiter W & B Montagetechnik, kennt die Problematik nur allzu gut. "Es ist Fakt, dass wir einen eklatanten Fachkräftemangel haben. Ich denke, man muss etwas weiter ausholen und das Problem an der Wurzel packen. Wenn einem von der Gesellschaft mehr oder weniger vermittelt wird, dass Arbeiter zu sein minderwertig ist, läuft etwas grundlegend schief. Ich für meinen Teil kann mir nur so behelfen, indem ich versuche, die Leute in unserem Betrieb bes-tens auszubilden und ihnen einen Anreiz gebe, dass sie bei uns bleiben. Eine andere Chance habe ich nicht", so Wolf.
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