21.09.2016, 13:06 Uhr

Gerlos: Dorfbahn als Kostentreiber?

GERLOS (fh). Die Dorfbahn Gerlos ist ein Prestigeprojekt, sowohl für die Skiliftgesellschaft als auch für die Gemeinde. Das Ausmaß der Bahn ist gigantisch und allein die Baugrube hat ein furchteinflößendes Ausmaß erreicht. Um die Bahn an den geplanten Ort zu bauen, musste viel gesprengt werden und die Anrainerschaft wurde kräftig in Mitleidenschaft gezogen. Von dem ursprünglich geplanten Projekt ist scheinbar nicht mehr viel übrig geblieben, denn Geld scheint bei diesem Bau nicht wirklich eine Rolle zu spielen. Offiziell veranschlagte man den Bahnbau mit rund 25 Millionen Euro, doch mittlerweile ist man bei gut 30 Millionen angekommen und das Parkhaus wurde um zwei Stockwerke erweitert. "Das Parkhaus größer zu bauen macht aus unserer Sicht Sinn, weil wir die Parkplätze brauchen bzw. der Bedarf gegeben ist. Das auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen, da jetzt alle Gerätschaften vor Ort sind. Der Baubescheid für die Aufstockung wurde jedenfalls erteilt", so Bgm. Andreas Haas. Wie die BEZIRKSBLÄTTER-Redaktion erfahren hat, gab es beim Bau der Mittelstation geologische Probleme und man hatte allein dort beträchtliche Mehrkosten zu verkraften. Für den Bau der Talstation waren Sprengarbeiten am laufenden Band notwendig, welche ebenfalls zur Kostensteigerung beigetragen haben dürften.

Alles im grünen Bereich?

Die Umsetzung des Baus obliegt dem Unternehmen Bodner, welcher für die Bewältigung der Arbeiten zahlreiche Leasingkräfte vor Ort beschäftigt hat. Gebaut wird die Talstation auf dem Grund von Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl, der auch einen Verbindungstunnel direkt von der Bahn zu seinem Hotel Gaspingerhof bekommt.
Auf Anfrage der BEZIRKSBLÄTTER-Redaktion beim Seilbahn-Chef und Wirtschaftsbundobmann erklärt dieser: "Dass die Bahn 30 Millionen kostet, ist seit Monaten bekannt und es gibt hier einige Herrschaften, die offenbar nicht begreifen wollen, dass wir jene 4 Millionen die wir noch als Reserve haben, noch nicht einmal angerührt haben", so Hörl. "Dass hier manche mit Zahlen um sich werfen die keinesfalls der Realität entsprechen, kann ich nicht nachvollziehen", so der Seilbahner weiter.
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