14.10.2016, 17:56 Uhr

Leerflächen in der Innenstadt sind Potenzialflächen

Der Schwazer Gemeinderat bekannte sich in seiner vergangenen Sitzung einstimmig zu einem aktiven Flächenmanagement. Dazu im Interview StR Martin Wex

BB: Was versteht man genau unter einem aktiven Flächenmanagement?
Wex: Über unser Mietfördermodell haben wir bislang bei Neuansiedlern einen Teil der Miete im ersten Jahr übernommen. Dadurch ist es uns gelungen etliche Betriebe wie etwa die Manufaktur Herzblut, WAMS, Lifestyle König, Blütenbracht u.v.a.m in der Altstadt dauerhaft anzusiedeln. Dennoch blieben einige Flächen leer bzw. unterlagen einer hohen Fluktuation. Hauseigentümer sind dabei mit Mietausfällen und Sanierungskosten konfrontiert. Für eine attraktive Vermietung fehlt ihnen das nötig Netzwerk. Am Ende des Tages zieht dann ein Wettbüro oder dergleichen ein. Diesen Teufelskreis wollen wir durchbrechen.

BB: Und wie genau?
Wex: In dem wir den Haus- bzw. Geschäftseigentümern ein Angebot machen ihre Flächen vorerst auf drei Jahre fix an die Stadtgemeinde (SMS GmbH) zu vermieten. Die Stadt übernimmt damit das Leerstandrisiko und die Vermieter erhalten Sicherheit bei den Mieteinnahmen und können darauf Ihre Investitionen in die Mietflächenerneuerung leichter umsetzen. Diese Vorteile müssen sich m Gegenzug jedoch in einem fairen und moderate Mietpreis mit dem Recht zur Untervermietung für die SMS niederschlagen - und der wird an neue innovatiove Mieter weitergeben. Wir wollen damit 2017 beginnen. Vorerst ist eine Gesamtfläche von ca. 1000 Quadratmetern angedacht. Die kommenden Tage werden zeigen ob auch von Seiten der Eigentümer die Bereitschaft besteht diese Modell zu unterstützen. (Wenn ja, werden wir die entsprechenden Mittel im Budget vorsehen)

BB: Wo liegt hier der Vorteil für die Stadt?
Wex: Ich sehe den Vorteil insbesondere darin, dass wir den Mix attraktiv gestalten können. Mit den angemieteten Flächen bieten wir Raum für neue, kreative Unternehmen und Ideen zu äußerst günstigen Konditionen. Ziel ist es, eigentümergeführte Geschäfte aus Österreich und unseren Nachbarländern zu animieren, in Schwaz für eine bestimmte Zeit oder bei Erfolg dauerhaft ihre neuen Shop-Konzepte oder Dienstleistungen auszuprobieren. Dabei soll eine klar erkennbare Branchenstrategie erkennbar sein. Das Startmotto könnten zum Beispiel Geschäfte mit "retronovativen" Angeboten sein, gepaart mit "Silber" in allen seinen Ausprägungen. Dieses "Experiment Handel" ist einzigartig und würde für Abwechslung und Spannung in der Schwazer Innenstadt sorgen - und einerseits eine klare Differenzierung zu Geschäften in Einkaufszentren oder Kettenfilialen sein sowie andererseits in keinerlei Konkurrenz zu bestehenden Geschäften in der Innenstadt stehen. Frequenz entsteht durch Neugierde. "Popup-Store"-Konzepte sind ein neuer Trend und bieten die Chance zum Aufbau eines kreativen Shop-Netzwerk zwischen eingesässenen Geschäften und frischen Anbietern.

BB: Wo für die künftigen Mieter?
Wex: Darin, dass wir ihnen nicht nur günstigen Raum sondern ein Netzwerk bieten so wie eine begleitende Unterstützung z.B. durch Beratung in rechtlicher oder steuerlicher Hinsicht. Der "Teufelskreis" aus leeren Geschäften - dadurch weniger Frequenz - dadurch niedrigere Mieten muss durchbrochen werden. Dazu braucht es die aktive MItwirkung aller Beteiligten: Hauseigentümer, Bestandsgeschäften und der Stadt. "Gemma Gschäften schaugn" in die Schwazer Innenstadt soll wieder Wirklichkeit werden. Die Stadt Schwaz steht dazu und macht jetzt den ersten Schritt. Beratend zur Seite steht hier Andreas
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