29.06.2016, 08:50 Uhr

„Warm-satt-sauber und mehr“

Bgm Lintner und Vertreter des Landes Tirol beraten über ergebnisorientierte Maßnahmen für eine nachhaltige Integration von Asylwerbern

SCHWAZ (dw). Die Stadt Schwaz hat seit über zehn Jahren sehr viel Erfahrung mit Asylwerbern gewonnen. Derzeit befinden sich in der Silberstadt 185 Asylwerber, hinzu kommen noch die ca. 100 Asylwerber, welche in der Frundsbergkaserne in Vomp untergebracht sind, die aber großteils in Schwaz sozialisiert werden. Eine eigens geschaffene Integrationsstelle,  unter der Leitung von Günser Han, kümmert sich im Rathaus um Angelegenheiten der Integration, Migration und des Asylwesens. Das derzeitige Flüchtlingsbetreuungsprogramm des Landes Tirol im Wege der Tiroler Sozialen Dienste kann unter dem Begriff „Warm-satt-sauber“ zusammengefasst werden. Weitergehende Bemühungen für die Perspektive und Zukunft der Asylwerber sind zur Zeit nur in Ansätzen vorhanden. "Die angebotenen  Kursprogramme werden nur zum Teil angenommen, Verpflichtungsmöglichkeiten oder ein Anreizsystem zum Besuch der Kurse für die Qualifikation der Asylwerber bestehen derzeit so gut wie nicht. Die Gemeinden, die Asylwerber in großer Anzahl aufgenommen haben, bleiben mit den Problemen oftmals alleine. Dazu gehört auch, dass die Kosten für die Unterbringung in den Kindergärten und in den Schulen bei den Gemeinden verbleiben" so Bgm Hans Lintner.
Die Vertreter des Landes Tirol und der Stadt Schwaz haben auf Grund der gewonnenen Erfahrungen seit einiger Zeit aktuelle Überlegungen angestellt, um die Qualifizierung der Asylwerber zu verbessern. Im Mittelpunkt der Bemühungen stehen die Errichtung von Lehrwerkstätten in den Bezirken mit einer Finanzierungsbeteiligung von Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Land und Bund, die Errichtung von Übergangsklassen für Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren in berufsbildenden Schulen. Für den Besuch der Lehrwerkstätten und der Übergangsklassen sind Anreizsysteme vorzusehen, um eine große Anzahl von Asylwerbern in diesen Einrichtungen qualifizieren zu können. „Da wir davon ausgehen müssen, dass der Großteil der Asylwerber, die im Land sind, auch hier bleiben werden, ist es in unserem eigenen Interesse, Qualifikation und Perspektive zu bieten.  Gerade die Arbeiterkammer, aber auch die Wirtschaftskammer, müssen sich um diese zusätzlichen Arbeitskräfte bemühen. Mit Landeshauptmann Günther Platter und weiteren Mitgliedern der Landesregierung stehe ich im ständigen Austausch rund um das Thema der Integration von Asylwerbern. Der Landeshauptmann hat Umsetzungsmaßnahmen in Aussicht gestellt, um die Gemeinden zu unterstützen und die Probleme lösen zu helfen“ betonte Bgm Lintner.
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