12.05.2016, 17:50 Uhr

Die Fügen Bergbahn GmbH benötigt dringend Kapital zum wirtschaftlichen Überleben

Die Gemeindemandatare bei ihren Beratungen zur Spieljochbahn
Fügen: Gemeindeamt | Der Bau und die Inbetriebnahme der neuen Panoramabahn Geols im vergangenen Jahr hat den verantwortlichen Mandataren in der Geschäftsführung und im Verwaltungsrat viel Kopfzerbrechen und finanzielle Anstrengungen gekostet. Wie nunmehr bei der am 11.Mai 2016 in Fügen stattgefundenen Gemeinderatsitzung von Bürgermeister Mag Dominik Mainusch ausgeführt wurde, seien die Baukosten für die neue Panoramabahn Geols um 8,75 % überschritten worden. Daher sei es unbedingt notwendig, dass die Anteilseigener, in diesem Falle die Gemeinden Fügen und Fügenberg für eine Barvorlage in der Höhe von insgesamt 1, 4 Mio €uro haften. Im Falle dass eine solche Haftung mehrheitlich nicht zustandekomme, sei die Gesellschaft per Ende Mai 2016 zahlungsunfähig, so der Bürgermeister.

Es sei zwar in Tirol, insbesondere auch bei Bergbahnen, oftmals gängige Praxis, solche Barvorlagen von den Anteilseignern beschließen zu lassen, meinte etwa Gemeindevorstand Manfred Zeller, im Zivilberuf Geschäftsleiter einer Bank, und man hoffe, mit den Erlösen aus den ersten Wintermonaten bestehende und aushaftende Darlehen weiter bedienen zu können. Trotzdem würden sich viele Kreditinistitute durch solche Haftungsübernahmen absichern.

Nach eingehender Debatte, die unter anderem auch viele Zuhörer und Zuhörerinnen, vielfach aus Tourismusunternehmungen, bei dieser Sitzung mitverfolgten, hat der 15-köpfige Gemeinderat schlussendlich den einstimmigen Beschluss gefasst, die anteilsgemäße Haftung der Gemeinde Fügen für eine Barvorlage in der Höhe von 840.000.- €uro an die Fügen Bergbahn zu übernehmen.

In weiterer Folge berichtete Bgm Mag Mainusch, dass die Gemeinde Fügenberg bereits einen gültigen Gemeinderatsbeschluss zwecks anteilsmäßiger Haftung gefasst und dafür aber Bedingungen gestellt habe. Diese Bedingung sei der sofortige Rücktritt des derzeitigen Geschäftsführers und des Verwaltungsrates. Sodann erklärte der Bürgermeister, dass er heute (am Tage der Sitzung) das persönliche Rücktrittsschreiben von Alt Bürgermeister und Spieljochbahn Geschäftsführer Walter Höllwarth erhalten habe und er nehme an, dass auch die Mitglieder des Verwaltungsrates diesen Schritt tun würden. Aus handelsrechtlicher Sicht werde der Rücktritt von Höllwarth per 30.Juni 2016 erfolgen. Wie es letztendlich mit der Geschäftsführung und dem Verwaltungsrat der Fügen Bergbahn weitergehe, müsse im Zuge einer Generalversammlung geklärt werden, so die Meinung einiger Gemeinderäte und des Bürgermeisters. Eine eher emotionale Debatte entwickelte sich letztendlich auch über das Vorgehen der Geschäftsführung der Fügen Bergbahn bei der Anlegung einer Aushub Deponie im Bereich der Schellenbergalpe in der Gemeinde Fügenberg, wobei hier offenbar von Sanierungs-und Strafbescheidkosten von mehreren hunderttausend Euro ausgegangen werde.

Beschluss zur Kinderspielgruppe EMU in den Räumen des Fügener Kindergartens:

Die Mandatare haben hier einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss gefasst, Frau Renate Rieser, der Leiterin der privaten Kinderspielgruppe EMU die Mietkosten im gemeindeeigenen, neu erbauten Kindergarten zu erlassen.

Debatte um die Installierung einer Ombudsstelle in der Gemeinde Fügen:

Hier wurde von Gemeinderat Josef Egger angeregt, der zugleich als Obmann des Seniorenbundes fungiert, eine solche Ombudsstelle für hilfesuchende GemeindebürgerInnen zu schaffen. Nach längerer Debatte und eher ablehnenden Haltungen einiger Gemeinderäte, wurde dieser Tagesordnungspunkt vertagt.
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