08.03.2016, 13:59 Uhr

Der beste CNC-Fräser: Michael Kofler war bei den World Skills erfolgreich

Michael Kofler weiß, was er tut: Er wurde Fünftplatzierter bei den World Skills. (Foto: Knoflach)
Der 21-jährige Michael Kofler ist Lehrling bei GE Jenbacher und hat letztes Jahr bei den World Skills in Sao Paolo teilgenommen. Er kam auf den fünften Platz, vor ihm waren nur Asiaten.

Ein wenig schüchtern kommt Michael Kofler zu unserem Interviewtermin, doch schnell wird es zu einem lockeren, souveränen Gespräch. Der 21-jährige Lehrling wohnt in Weerberg und wir treffen uns in der Lehrwerkstatt von GE Jenbacher, wo er sich gerade auf die Lehrabschlussprüfung vorbereitet. Doch das sollte eigentlich ein Klacks sein, ist doch Michael Kofler der amtierende Staatsmeister im CNC-Fräsen.
Michael Kofler hat die 3-jährige Facharbeiter-Ausbildung in der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt Rotholz absolviert. Danach hat er sich für eine Lehre bei GE entschieden. „Dass ich Metalltechniker werden will, war von vorneherein klar. Ich mag das genaue Arbeiten, das Präzise. Das liegt mir. Der Werkstoff Metall gefällt mir natürlich auch gut“, plaudert Michael Kofler. Gleichzeitig mit dem Beginn seiner Lehrzeit hat er auch die Lehre mit Matura begonnen. „Die haben wir im eigenen Haus. Das ist zweimal in der Woche am Abend. Das ist durch eine Kooperation mit dem BFI möglich“, erklärt der Leiter der Lehrlingsausbildung bei GE Jenbacher, Eugen Hotarek.

Vielseitige Interessen

Zu Hause hilft Michael in der Landwirtschaft seines Vaters mit. Er ist hauptberuflicher Landwirt am Weerberg. Insgesamt 50 Kühe werden jeden Tag nach der Arbeit und am Wochenende von Michael mitbetreut. Kein Zuckerschlecken, nach dem Arbeiten in der Werkstatt und dem Lernen für die Matura. Und dennoch bleibt ihm noch die Energie für Freizeit. „Ich bin bei der Weerberger Musik und spiele dort das Flügelhorn und bin Schriftführer. Sonst mache ich das Übliche in meiner Freizeit, Schifahren im Winter, Schwimmen im Sommer“, plaudert Michael Kofler über seine Hobbies.

Gleich zu Beginn seiner dreieinhalbjährigen Lehrzeit war für Michael Kofler klar, dass ihm das Fräsen besonders gut liegt. „Beim Fräsen kann man mehr und komplexere Geräte und Dinge herstellen. Besonders beim CNC-Fräsen. Hierbei wird ein Koordinatensystem im Computer festgelegt. Aus einer Zeichnung heraus wird dafür ein Programm geschrieben. Die Maschine führt dann die Befehle aus“, erklärt Kofler kurz die Funktionsweise.

Ausbildner und Trainer Andreas Kirchmair hat schon im Februar 2014 das Talent des Lehrlings erkannt und begonnen, mit ihm für die Staatsmeisterschaft zu trainieren. Die „Skills Austria“, wie der Bewerb heißt, ist auch gleichzeitig die Entscheidung darüber, wer ein Ticket für die Weltmeisterschaft bekommt. Das intensive Training wurde sowohl in der Arbeitszeit als auch in der Freizeit absolviert. „Das Unternehmen steht voll und ganz hinter dem Lehrling“, weiß Eugen Hotarek. „Meinem Umfeld habe ich erst kurz vor der Staatsmeisterschaft erzählt, dass ich überhaupt mitmache“, schmunzelt Kofler. Als österreichweiter Sieger wurde er ins 35-köpfige Nationalteam aufgenommen, das sich von 12. bis 16. August 2015 nach Sao Paolo zur World Skills aufmachte. „Wir hatten einen guten Teamgeist. Beim Bewerb selbst hatten wir einen straffen Zeitplan, aber es war auf jeden Fall eine coole Erfahrung, die vergesse ich mein Leben lang nicht mehr“, erzählt Michael von der Weltmeisterschaft. Nachdem es bei den CNC-Fräsern Probleme mit der Messung von Seiten des Veranstalters gab, wurden die Ergebnisse erst zwei Wochen später bei einer Online-Konferenz präsentiert. Michael Kofler wurde weltweit zum fünftbesten CNC-Fräser gekürt, wobei vor ihm vier Asiaten sind, was bedeutet, dass er europaweit der amtierende Beste ist.

Jetzt aber ist die Normalität wieder in sein Leben eingekehrt. Mittlerweile ist er schon in der Fertigung tätig. Mitte März muss Michael Kofler zur Lehrabschlussprüfung antreten. Im Juni hat er dann auch die Matura vorbei. „Im Herbst möchte ich sofort mit der Meister-Ausbildung beginnen, wenn es sich ausgeht. Das Bundesheer kommt dann auch noch irgendwann dazu“, macht Kofler Zukunftsüberlegungen. Zu Hause möchte er irgendwann den Hof übernehmen, und die Musikkapelle bleibt seine Leidenschaft.

„Michael ist wirklich ein Musterlehrling. Er ist sehr gewissenhaft, lernfreudig, wissbegierig und absolut korrekt. Neben der ganzen Belastung, die er während der Vorbereitung zur World Skills hatte, schaffte er es sogar noch, von der Berufsschule alles Einser nach Hause zu bringen. Er ist einfach fleißig“, lobt ihn Eugen Hotarek.
Wir wünschen dem jungen Überflieger auf jeden Fall alles Gute für seine Prüfungen und viel Erfolg in seinem weiteren Leben.
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