08.10.2016, 00:00 Uhr

Simmeringer Puppen mit Charakter und Seele

Doris Tussing mit ihren Puppen bei der 6. Wiener Miniaturenbörse.

Doris Tussing fertigt Figuren für Puppenhäuser und Sammler. Mit viele Liebe fürs Detail entstehen faszinierende Persönlichkeiten.

SIMMERING. Die Liebe zu ihren Puppen begann für Doris Tussing bei einem Urlaub vor 15 Jahren in London. "Wir waren auf Schloss Windsor, da habe ich das Queen Mary’s Dolls’ House gesehen. Es stammt aus den 1920er Jahren und hat mich gleich begeistert", so die Simmeringerin.

Wieder zuhause in Wien hat sich die 55-Jährige gleich an die Arbeit gemacht und selbst ein Puppenhaus gebastelt. Als es fertig war dachte sie: "Das ist leer: Da muss Leben rein." Das war die Geburtsstunde ihrer Puppen-Bastel-Liebe.

Kreative Arbeit hat gefehlt

Die Simmeringerin war schon immer künstlerisch veranlagt. Die gelernte Goldschmiedin unterbrach ihren Job, als die Kinder kamen. Mit den beiden Söhnen war sie elf Jahre lang zuhause.

"In der Zeit ist mir meine kreative Arbeit sehr abgegangen", so Tussing. Sie wollte wieder etwas tun, und da kamen ihr das Puppenhaus und die Puppen gerade recht.

Erste Versuche grauenhaft

Angefangen hat die Künstlerin mit großen Puppen mit 20 bis 30 Zentimetern. Diese sind einfacher zu modellieren sind als kleine. "Die ersten Versuche waren aber grauenvoll", gesteht sie.

Mittlerweile hat sie nicht nur Übung, sondern ein besonderes Gespür für ihre Puppen: "Die Gesichter spiegeln meinen Gemütszustand wider." Und so entstehen Puppen mit viel Charakter und Seele.

Inzwischen fertigt sie ihre Puppen im Maßstab 1:12 für Puppenhäuser und Sammler. Als Modelliermasse benutzt sie Pro-Sculpt. "Das Material ist sehr weich, ähnlich wie Wachs. Im Sommer kann ich damit nicht arbeiten, das zerfliest", so Tussing.

15 Stunden für eine Puppe

Deshalb fertigt sie ihre Puppen nur zweimal im Jahr. "Das wissen auch meine Kunden, die spezielle Auftragsarbeiten für mich haben", so die Simmeringerin. Auf eine persönliche Puppe müsse man schon einige Monate warten. Das Modellellieren nimmt eben seine Zeit in Anpruch. So beschäftigt sich Doris Tussing zwölf bis 15 Stunden mit einer Puppe. Müssen doch auch die richtige Kleidung, Accessoires und Haare gefunden werden.

Eine Freundin ermutigte die Künstlerin vor einigen Jahren, doch ihre Puppen auch herzuzeigen. "Und so habe ich 1999 zum ersten Mal bei der "Internationalen Puppen- und Bärenbörse" im Hotel Intercontinental in Wien ausgestellt. Binnen einer Stunde war mein Tisch leer, ich hatte 30 Puppen verkauft. Das war für mich echt überwältigend" so Tussing. Seitdem hat sie ihr Hobby intensiviert und nimmt immer wieder an Ausstellungen teil.

Infos auf www.doristussing.com
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