09.07.2016, 00:00 Uhr

Der menschliche Anstand

Er ist der Neue in der VP - Ein Interview

Sie haben für die Plattform "Gemeinsam für Wien (GfW)" kandidiert und wurden in den Bezirksrat gewählt. Nun sind Sie zur ÖVP Simmering gewechselt. Warum?
VOLKAN KAHRAMAN: Wir haben die Bewegung "GfW" gestartet, um eine starke Stimme für Menschen mit Migrationshintergrund zu haben. Das war wichtig. Leider konnte ich in letzter Zeit kaum etwas umsetzen, so dass ich mich umgesehen habe. Bei Gesprächen mit Wolfgang Kieslich von der ÖVP Simmering haben wir entdeckt, dass wir eine sehr ähnliche Wellenlänge haben. So kam es zum Wechsel.

Woran lag es, dass es mit GfW nicht weiterging?
An den fehlenden Strukturen. Stets um Finanzen zu kämpfen, Sponsoren aufzutreiben reibt auf. Mit der ÖVP Simmering soll nun eine neue Dynamik entstehen. Wir wollen uns aufs Wesentliche konzentrieren.

Sind Sie auch schon Mitglied der ÖVP Simmering?
Ja, natürlich.

Was ist ihr großes Anliegen? Was wollen Sie erreichen?
Dass wir wieder menschlicher werden. Niemand soll sich für seine Herkunft, seine Kultur schämen müssen. Es soll aber auch keiner mit seiner Kultur die Menschen stören. Der menschliche Anstand muss wieder her.

Ist das realistisch?
Natürlich. Ich kenne das ja vom Fußball, da gibt es in jeder Mannschaft zahlreiche Nationalitäten. Die Kinder können damit wunderbar umgehen: Sie spielen miteinander ohne Probleme. Da müssen die Trainer eher die Eltern erziehen. Und bei einer Profi-Mannschaft fragt auch niemand nach der Herkunft – sondern nur nach dem Können.

Wie kann man da als Bezirkspolitiker in den Menschen ein Umdenken einleiten?
Man muss einfach bei den Kindern ansetzen. Sie dürfen von Haus aus nicht egoistisch aufwachsen, das Zusammenleben, die Teamarbeit muss forciert werden – eben wie im Fußball. Die soziale Kompetenz in der Schule soll den Jungen verstärkt vermittelt werden.

Und bei den Erwachsenen?
Da muss einfach mehr kontrolliert werden, um zu verhindern, dass Menschen radikalisiert werden. Egal in welche Richtung. Politiker, die selbst aus einer migrantischen Community stammen, haben da eine bessere Einsicht und Verständnis. Da kann man schon etwas frühre tätig werden, wenn einem etwas auffällt.
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