01.06.2016, 15:46 Uhr

Die Kaiserstraße - ein Film auf historischen Spuren der Großglockner Hochalpenstraße

Friedl Fleissner, Großglockner Bergführer (links) und Rudi Roubinek („Seyffenstein“), Schauspieler und Autor auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (Foto: Susi Berger - Pressefoto Neumayr - Großglockner Hochalpenstraßen AG, Presseaussendung)
Heiligenblut: Franz-Josefs-Höhe | (kra) Die Kaiserstraße ist ein Film von Kurt Liewehr, der am Sonntag, 12. Juni 2016 um 16:30 Uhr auf ORF 2 zu sehen ist. Österreich würdigt den 100. Todestag von Kaiser Franz Joseph I., dem Namensgeber der „Kaiser-Franz-Josefs-Höhe“. Zum anderen gedenkt man zum 50. Todestag dem genialen Planer und Straßenerbauer Franz Wallack.

Der Film

Rudi Roubinek begibt sich auf eine unterhaltsam satirische Reise über die Großglockner Hochalpenstraße zwischen Heiligenblut und Bruck-Fusch in der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern. Diese steht 2016 im Zeichen zweier bedeutender Männer.

Österreich würdigt den 100. Todestag von Kaiser Franz Joseph I., dem Namensgeber der „Kaiser-Franz-Josefs-Höhe“. Zum anderen gedenkt man zum 50. Todestag dem genialen Planer und Straßenerbauer Franz Wallack.

Mehr als 65 Millionen Menschen aus der ganzen Welt haben die Großglockner Hochalpenstraße im Laufe ihres über 80-jährigen Bestehens besucht. Sie ist ein Monument großer Straßenbaukunst, die in 36 Kehren über die Alpen zum Fuße des Großglockners führt. Seit 2015 steht sie offiziell unter Denkmalschutz. Bereits vor 160 Jahren kamen die k.u.k. Majestäten Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth nach Heiligenblut, um den Großglockner aus der Nähe zu bestaunen. Nach ihnen sind die „Kaiser-Franz-Josefs-Höhe“ (2 396 m ü. A.) und die Elisabethruhe (2 131 m ü. A.) nahe des Glocknerhauses benannt.

Rudi Roubinek besucht diese und weitere „Fußabdrücke“ des Kaisers, die zur Idee der Straßenplanung geführt haben und macht sich seine eigenen Gedanken über den Besuch der Majestäten.

Geschichtlicher Hintergrund

Das Salzburger Volksblatt berichtete in seiner Ausgabe vom 5. September 1895 über zwei Kaiserreisen im Gebiete der Hohen Tauern. Die eine war jene der kaiserlichen Hoheiten Franz Joseph I. und Elisabeth von Österreich. Das Volksblatt schrieb:

"...Dort in einer Höhe von 2 329 Meter prangt an einer Felswand ... das Datum des 7. September 1856 ... der Allerhöchste Name Seiner Majestät zur Erinnerung des Besuches des bis dahin hoher Sattel genannten Felsrücken durch Seine Majestät Kaiser Franz Joseph I.. Durch den Allerhöchsten Besuch der Franz-Joseph-Höhe, ...

... Am Freitag den 6. September Früh 7 Uhr wurde die Fahrt durch das Mölltal fortgesetzt und um ½ 2 Uhr Mittags Winklern erreicht, wo die Allerhöchsten Herrschaften den Hofwagen verließen, eine zweispännige Kalesche bestiegen, während die ganze Suite Ihrer Majestäten in Einspännern folgten. Um 4 ½ Uhr wurde von herrlichem Wetter begünstigt, Heiligenblut erreicht und von Ihren Majestäten das Absteigequartier im Pfarrhofe genommen, während die Tafel in dem Glockenzimmer des Gasthauses Schober, ..., eingenommen wurde. Den prächtigen Abend benützten Ihre Majestäten zu einem Spaziergange in der Umgebung Heiligenbluts und Bergfeuer sowie der Donner der in den Bergen widerhallenden Böller gaben der Freude der Bevölkerung über die Anwesenheit des Kaiserpaares Ausdruck.

Nach Anhörung einer heiligen Messe wurde am Samstag, den 7. September um 5 Uhr Morgens Seitens Ihrer Majestäten in Begleitung Sr. Excellenz des Grafen Grünne, Sr. Durchlaucht des Fürsten Taxis, des Obersten Müller und des Major Friedl, gefolgt von einer bedeutenden Menge von Bewohnern des Möllthales (nach Rupitsch Erinnerung dürften im Ganzen es ungefähr 300 - 400 Personen gewesen sein) bei wolkenreinen Himmel einen Ausflug zum Pasterzen-Gletscher unternommen, von welchem Ihrer Majestäten beim besten Wohlsein um 1 Uhr Mittags nach Heiligenblut zurückkehrten, um 4 Uhr Nachmittags in Winklern eintrafen, wo Allerhöchst dieselben das Hauptmahl einnahmen und übernächtigten.
"

Andreas Rupitsch war ein Bergführer aus Kaprun, nach dessen mündlichen sowie amtlichen Mitteilungen dieser Bericht geschrieben wurde; Rupitsch war Pensionist beim Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins.

Das "Salzburger Volksblatt" zitierte die "Klagenfurter Zeitung", Ausgabe vom 10. September 1856: "Auch beobachtete man ganz deutlich eine Anzahl Männer aus Heiligenblut, welche sich in der verflossenen Nacht aufgemacht hatten, um an der höchsten Spitze des Glockners eine große kaiserliche Fahne zur Feier des heutigen Festtages aufzupflanzen, ein Unternehmen, welches sie glücklich durchführten."

An dieser Stelle merkte das "Salzburger Volksblatt" an:

"Nach einer Mittheilung der Salzburger Landeszeitung vom 17. Februar 1856 spielte auch auf einem der höchsten Gipfel des Großglockners eine Musikkapelle. " Ob das Datum, 17. Februar 1856 korrekt ist oder nicht konnte ich noch nicht feststellen.
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