05.07.2016, 12:22 Uhr

Ein Stück im Stück im Schloss Porcia

"Das Watschen müssen wir noch üben" - Regisseurin Angelica Ladurner mit ihren Schauspielern nach einer Bühnenprobe

Die WOCHE durfte hinter die Kulissen der Proben zum heurigen Stück "Sommernachtstraum" blicken.

SPITTAL (ven). Die Komödianten vom Ensemble Porcia stecken mitten in den Proben für die umfangreichen Produktionen, die im heurigen Komödiensommer im Schloss auf die Bühne gebracht werden. Die WOCHE blickte bei der Probe des "Sommernachtstraumes" von William Shakespeare, der am 13. Juli Premiere feiert, hinter die Kulissen.

Konstruktive Kritik

Zu viel wollen wir natürlich nicht verraten. Für Intendantin Angelica Ladurner, die bei dem Stück auch Regie führt, muss jeder Schritt und jeder Satz stimmen. Nach der Aufführung folgt die Nachbesprechung mit den Darstellern. Dazu wurden penible Notizen von der Regisseurin gemacht. Wie wirkt das Spiel? Fühlen sich die Schauspieler genug in die Rolle ein? Wo gibt es Verbesserungspotenzial? In der Besprechung werden die Leistungen der einzelnen Schauspieler besprochen. Passen Stimme, Ausdruck und Übergänge der einzelnen Szenen? "Auch der Umgang mit den Requisiten wird besprochen, wie reagiert man, wenn etwas nicht ganz exakt nach Plan läuft?", so Ladurner. "Ihr müsst auf der großen Bühne denken, denken und denken", so die Regisseurin in Richtung ihrer Schauspieler.

Mitdiskutieren

Dabei haben die Schauspieler natürlich auch die Möglichkeit, ihre Sichtweisen miteinzubringen und Vorschläge darzulegen. "Aber das Watschen müssen wir noch üben", schmunzelt Ladurner über eine Szene, in der einem Darsteller die Hand ausrutscht.

21 Darsteller

Die Bühnenprobe ist derzeit für das Ensemble sehr wichtig, wurde bisher doch im Quartier und der nachgebauten Bühne am ehemaligen Gabor-Areal geprobt. "Für den Chorwettbewerb wird alles ab- und umgebaut", so Ladurner. Deshalb gehe man früher ins Schloss und müsse danach wieder raus. 21 Darsteller stehen beim Sommernachtstraum auf der Bühne, drei Musiker sorgen für die richtigen Töne. Auch hier müsse noch hie und da gefeilt werden.

Zeitloses Thema

Am Text habe Ladurner nur selten "Hand angelegt". "Es ist ein poetisches Stück, das die Sprache von Shakespeare braucht. Ich habe es außerdem nicht modernisiert, sondern zeitlos gemacht. Es geht ja auch um zeitlose Dinge, um das Sich-Verlieren und die Untiefen und Kehrseiten der Seele", sagt sie.

Drei Welten

Im Stück stoßen drei Welten aufeinander. Einerseits die Realität mit Gesetzen, in der junge Leute, wenn sie nicht entsprechen, bestraft werden. "Es wäre einfach gewesen, es heutig zu inszenieren, aber dann hätte es hier in Porcia nichts verloren", sagt die Regisseurin. Die zweite Welt sei die der Handwerker. Im Stück kommt nämlich eine Laienspielgruppe vor, die ein Stück im Stück aufführt. "Wenn wir Theater spielen, begegnen wir uns in unseren anderen Eigenschaften", erklärt sie. Die dritte Welt sei die der Wesen, die geheime Welt des Waldes. "Daraus solle jeder nehmen, was er will." Das sei auch die Botschaft von Shakespeare.

Aufwändiges Stück

Die Proben dafür haben am 29. Mai begonnen. Dabei ist es Porcia-Tradition, dass die Schauspieler mindestens in einem bis zwei weiteren Stücken auf der Bühne stehen. "Dabei haben sie sich noch nie im Text geirrt, höchstens in der Figurenfindung", erklärt Ladurner. Auch die Schneiderei war in dieser Hinsicht fleißig, Kostümbildnerin Daphne Katzinger hat 30 Kostüme für den Sommernachtstraum entworfen. Das Bühnenbild ist diesmal sehr reduziert. "So wenig wie möglich, so viel wie nötig", so die Regisseurin. Stolz ist sie auch auf die internationale Bühnenmannschaft: Ein Kärntner, ein Italiener und ein gelernter Kunstschnitzer aus Syrien.

Gewinnspiel

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