14.09.2016, 12:30 Uhr

"Gerangel" um Umfahrer-Häuser

Rudolf Brandstätter jun. hat im Namen seines Vater ein Schreiben an die Stadtgemeinde gerichtet

Neben Hermann Regger will auch Rudolf Brandstätter die Häuser kaufen und weiter nutzen. Die Gemeinde stellt sich aber stumm.

SPITTAL (ven). Einen weiteren Interessenten gibt es derzeit für die Umfahrer-Häuser in der Spittaler Bernhardtgasse. Wie berichtet will Immobilienentwickler Hermann Regger die Häuser von der Stadtgemeinde kaufen, abreißen und sein Projekt "Rathausmarkt I und II" verwirklichen. Rudolf Brandstätter will ebenfalls ein Kaufangebot legen - und erhält keine Reaktion der Stadtgemeinde.

"Werden ignoriert"

"Mein Vater, Rudolf Brandstätter sen., und ich haben aus der Presse erfahren, dass die Häuser zu verkaufen wären", so Brandstätter jun. zur WOCHE. In der Gemeinderatssitzung vom 9. August, die er als Zuhörer besuchte, hörte er den Satz, die Gemeinde wäre froh, wenn es Interessenten für gemeindeeigene Liegenschaften gäbe. Bereits am 4. August stellte er diesbezüglich eine Anfrage an die Stadtgemeinde. "Denn ohne Besichtigung können wir auch kein ernstzunehmendes Angebot legen", sagt er. "Doch wir werden einfach ignoriert."

Keine öffentliche Ausschreibung

Brandstätter stellt sich die Frage, warum solche Vorhaben nicht öffentlich ausgeschrieben werden. "Grundsätzlich könne das Jugendservice ja in den Gebäuden bleiben, wir würden auch soziale Projekte unterstützen. Wir wissen auch, dass die Fachhochschule Lehrsäle benötige, nachdem hier früher eine Tischlerei war, könnten die Räume gut dafür nutzbar sein." Auch der Denkmalschutz sei für Brandstätter kein großes Problem, man müsse es sich ansehen. "Aber wir bekommen nicht mal die Möglichkeit dazu. Brandstätter ist der Meinung, dass es sicher genügend Bauträger mit guten Ideen gäbe, man solle für die Stadt das verträglichste und wirtschaftlichste auswählen.

"Wollen nicht verhindern"

Aber: Regger habe hier einen Informationsvorsprung erhalten. "Es kann nicht sein, dass sich die Stadtgemeinde erpressen lässt. Sie wollen ihm sogar per Wirtschaftsförderung zwischen 90 und 100 Parkplätze erlassen", sagt er. "Wir wollen ja kein Projekt verhindern, aber diese Vorgehensweise ist ein Armutszeugnis für die Gemeinde."

"Warum erst jetzt?"

Die WOCHE fragte bei Vizebürgermeister und Immobilienreferenten Peter Neuwirth (SPÖ) nach: "Wenn ich einen Bewerber habe, muss man einen solchen Verkauf nicht öffentlich ausschreiben. Hermann Regger ist unser Vertragspartner und es ist ein schwebendes Verfahren. Es wäre nun unfair Regger gegenüber. Wenn wir von ihm eine Absage bekommen würden, dann ist die Möglichkeit wieder offen." Neuwirth fragt sich auch, warum Brandstätter nun ausgerechnet "jetzt erst" draufkommt, ein Angebot legen zu wollen. Die Umfahrer-Häuser haben wir bereits vor Jahren erworben, es handelt sich bei Reggers Vorhaben doch um ein Projekt in der Größenordnung von neun Millionen Euro", so Neuwirth. Brandstätter hätte vor einem Jahr kommen sollen. "Man kann nicht mit zwei Partner gleichzeitig verhandeln. Wir stehen einem Vertragspartner im Wort", schließt er.
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