15.03.2016, 06:00 Uhr

Nicht auf die leichte Schulter zu nehmen

Der gelernte Tischler hat jahrelange Erfahrung mit der Holzarbeit

Hermann Scharler ist viel an der frischen Luft, denn sein täglicher Arbeitsplatz ist der Wald.

KOLBNITZ (fp). Die Arbeit eines Holzknechtes ist anerkannte Schwerstarbeit. Das weiß auch Hermann Scharler aus Neukirchen am Großvenediger. Der Wahlkärntner mit Wohnsitz in Kolbnitz, ist seit über acht Jahren als Forstarbeiter tätig und kennt die schönen Momente wie auch die Schattenseiten dieses Berufes.

Aus Leidenschaft wird Beruf

Der junge Salzburger stammt ursprünglich aus Oberpinzgau. Nach der Hauptschule besuchte er eine dreijährige Landwirtschaftsschule und erlernte schließlich den Beruf als Tischler, den er bis August 2007 nachging. Mit Harald Bachmaier verbindet Scharler eine jahrelange Freundschaft. Als Bachmaier sich schließlich mit seiner eigenen Firma selbstständig machte, stieg Hermann in dessen Partie als Vorarbeiter mit ein. Seine Aufgabengebiete liegen in der Streckensuche mit dem Kompass, der Markierungssetzung für die Seilbahn, und natürlich dem Bäume fällen. Durch seine jahrelange Erfahrung mit Holz, erkennt Hermann sofort welcher Baum für die Sägearbeiten geeignet ist und welcher zu Brennholz verarbeitet wird. Die Aufträge erhält die Firma über die Ortsnahen Bauern sowie der Österreichischen Bundesforste, die auch für die Neuanpflanzung der gefällten Bäume zuständig sind.

Von Salzburg nach Kärnten

Nachdem der Sturm Paula im Jahr 2008 in den Kärntner Wälder sehr viel Schaden angerichtet hat, war "Holzernte Bachmaier" eine der ersten Forstarbeiterfirmen, die für die Aufräumarbeiten zuständig war. So kam es, dass sich Hermann nicht nur für die Arbeit in Kärnten nieder lies. "Nach Feierabend gingen wir in ein Gasthaus hier im Ort. Plötzlich öffnete sich die Tür und meine jetzige Frau kam herein. Seitdem hat mich mein Weg nach Kärnten geführt", lacht der Salzburger. Je nach Auftragslage, befinden sich die Holzarbeiten in Pinzgau oder auch entlang der Glocknerstraße. Arbeitsbeginn ist morgens um 7 Uhr und der Tag endet gegen 17 Uhr. An eine ausgiebige Mittagspause ist jedoch nicht zu denken. "Wir machen meistens eine Viertelstunde Pause. Auf Mittagessen verzichten wir, weil man dann nur müde wird", weiß der Holzknecht. Derzeit arbeiten neben Hermann noch sein Zwillingsbruder, ein Subunternehmer und sein Chef Harald Bachmaier selbst, bei der Holzfällertruppe.

"Für Weicheier ist das nichts"

Die Partie der Firma "Holzernte Bachmaier" arbeitet oft unter schwierigsten Bedingungen. Hitze im Sommer, Kälte sowie Nässe im Winter und die Gefahr die täglich lauert, sind ihre ständigen Begleiter. Der erfahrene Salzburger hat sich selbst auch schon einmal das Bein gebrochen. "Ich bin ausgerutscht und wurde von einer Wurzel eingeklemmt", erinnert sich Scharler. "Damals haben sie mich mit dem Hubschrauber bergen müssen und ins Krankenhaus geflogen." Dennoch kann sich der gelernte Tischler keine schönere Arbeit vorstellen. "Für mich gibt es nichts schöneres als wie Holzarbeiten. Im Wald hast du deine Ruhe, bist immer an der frischen Luft und man kommt sehr viel rum in diesem Beruf!"

STECKBRIEF

Name: Hermann Scharler
Geboren am: 08.10.1983
Familienstand: Verheiratet
Wohnort: Kolbnitz
Herkunft: Neukirchen am Großvenediger
Beruf: Forstarbeiter seit August 2007
Hobbies: Geht gerne in sein Stammlokal "Scheifei" in Neukirchen, Tischlerarbeiten für Daheim, Wandern und Berg gehen
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.