04.04.2016, 12:30 Uhr

"Pump-Emissionen"durch das Krafthaus Rottau: Ab 12. April wird gemessen

Informierten die Bürger: Josef Mayrhuber, Hanns Moshammer, Hans-Paul Unterweger, Karoline Taurer, Alexandra Königsreiner, Harald Tschabuschnig, Harald Grave (Foto: Schönegger)

Am 31. März fand eine Infoveranstaltung über die "Pump-Emissionen" durch das Verbund-Krafthaus Rottau statt.

MÜHLDORF (schön). In der Causa um die erhöhte Lärm- und Vibrationsbelastung von Anrainern des Verbund-Kraftwerkes Rottau in den Gemeinden Reißeck und Mühldorf konnte man sich am vergangenen Donnerstag, 31. März, bei einer Infoveranstaltung im Kultursaal Mühldorf über die Auswirkungen dieser "Pump-Emissionen" auf Mensch und Umwelt informieren. Die Infos gab es von Hans-Paul Unterweger (Vizebürgermeister und Umweltreferent der Gemeinde Reißeck), Harald Tschabuschnig vom Land Kärnten (Leiter der Abteilung 8: Umwelt, Wasser und Naturschutz), Josef Mayrhuber (Werksgruppenleiter Malta/Reißeck, Verbund Hydro Power GmbH), Harald Grave (Ingenieurbüro für technischen Umweltschutz) und Hanns Moshammer (Medizinische Universität Wien, Institut für Umwelthygiene) und Alexandra Königsreiner (Sprecherin der "Bürgerinitiative für ein lebenswertes Unteres Mölltal").

3.000 Pumpstunden pro Jahr

Laut Werksleiter Josef Mayrhuber seien die Pumpen "der Auslöser des Ganzen. Über die Pumpendrehzahl wird das Rohr zu Schwingungen angeregt, die zur Schallemission führen dürften." Laut ihm wird rund 3.000 Stunden pro Jahr gepumpt. "Das sind 9,3 Stunden pro Tag", sagt Alexandra Königsreiner, Sprecherin der überparteilichen "Bürgerinitiative für ein lebenswertes Unteres Mölltal". "Wir stehen hinter der Wasserkraft, jedoch wollen wir nicht immer ein Geräusch hören, das uns nervös macht. Es ist in den letzten Jahren lauter geworden", fügt sie hinzu. "Der Verbund verdient gut in der Region, deshalb soll er auch auf jene schauen, die in der Region wohnen", so Könisgreiner weiter.

Ergebnisse sollen verglichen werden

Deshalb fordere die Bürgerinitiative laut Königsreiner Messungen, die dann stattfinden sollen, wenn der Verbund nicht weiß, dass gemessen wird. Diese sollen dann mit den Ergebnissen der Messung, die ab 12. April - sofern das Wetter es zulässt - durch Messtechniker Harald Grave durchgeführt wird, verglichen werden. "Wir messen drei Tage und zwei Nächte lang an fünf Messpunkten. Dabei wird Dauerschallpegel, Basispegel und die tiefe Frequenz gemessen", erklärt Grave. Mittels eines 3D-Modells können anschließend Berechnungen erstellt und somit Aussagen für jedes der fünf Häuser getroffen werden. Sollte ab 12. April aufgrund von Wind oder Niederschlag nicht gemessen werden, wird die Messung um eine Woche verschoben und beginnt am 19. April.

Lärm: "Die Dosis macht das Gift"

Aussagen wird auch Umweltmediziner Hanns Moshammer treffen - und zwar darüber, ob und inwiefern Lärm der Gesundheit schadet. "Lärm ist eines von vielen Umweltschutzthemen - die Dosis macht das Gift." Die Beurteilung über die Auswirkungen von Pumpen- und Maschinenlärm auf die menschliche Gesundheit sei jedoch äußerst schwierig, weshalb er sich die Situation genau ansehen muss, bevor er sie weiter beurteilt. Eines weiß er jedoch bereits jetzt: "Dass Lärm Auswirkungen auf die Psyche hat, ist bekannt. Aber auch die subjektive Empfindlichkeit spielt eine große Rolle."

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