31.08.2016, 09:32 Uhr

Schulmaterialien bewusst einkaufen

Sie wissen genau, welche Schulmaterialien zu empfehlen sind: Marcell und Felicia mit AWV-Umweltberaterin Antonia Bernhardt (Foto: AWV Westkärnten)

Nicht alle Schulmaterialien sind giftfrei und kindgerecht. AWV-Expertin Antonia Bernhardt gibt Tipps.

BEZIRK SPITTAL (ven). Der Schulbeginn ist auch Zeit für den Einkauf von Heften, Stiften und sonstigem wichtigen Material für den Unterricht. Die Umweltberaterin des Abfallwirtschaftsverbandes (AWV) Westkärnten Antonia Bernhardt aus Heiligenblut hat dafür Tipps für den richtigen, ökologischen Schuleinkauf parat.

Clever einkaufen

Wer kennt das nicht? Die Kinder knabbern gedankenverloren an Stiften, in der Pause malen sie sich gegenseitig kleine Bildchen auf die Arme, die Wasserfarben werden auch oft mit dem Finger verwendet. Darauf ist besonders zu achten, dass die Schulartikel auch giftfrei und kindgerecht sind. Antonia Bernhardt macht deshalb auf die Initiative "Clever einkaufen für die Schule" aufmerksam. Dabei sollen Kinder, Jugendliche und Eltern motiviert werden, auf einen umweltfreundlichen Einkauf zu achten. "Dabei geht es um die Schonung von natürlichen Ressourcen, um die Vermeidung von Abfällen, um die Erhaltung der Gesundheit der Kinder und letztendlich auch um die Ersparnis von Geld."

Ökologische Schulbox

Dabei steht der AWV mit Rat und Tat zur Seite. "Die ökologische Schulbox, gefüllt mit nachhaltigen Schulartikeln, kann bei Elternabenden oder für interessierte Elterngruppen bzw. für Kinder und Jugendliche in Schulen und Kindergärten vorgestellt werden." Bernhardt stellt diese in Workshops vor. Dabei dürfen Stifte, Farben, Lineale, Hefte, Radiergummis etc. auch ausprobiert werden. Die Schulmaterialien beziehen sich nicht auf bestimmte Marken oder Firmen und sind in unterschiedlichen Preisklassen vorhanden.

Händler mit Logo

Doch warum sollte man ökologische Produkte bevorzugen? "Beim Einkauf von Schulmaterialien trifft das alte Sprichwort „wer billig kauft, kauft teuer“ oftmals leider zu. Viele Produkte halten den Ansprüchen in der Schule nicht statt. Man denke an Bleistifte, der Minen ständig brechen, Spitzer, die nach kurzer Zeit stumpf werden, Stifte, die bald eintrocknen oder leicht brechbare Geodreiecks. Die Aktion „Clever einkaufen für die Schule“ meidet solche Produkte und zeigt, worauf beim Einkaufen geachtet werden soll." Lackierte Stifte enthalten oftmals unterschiedliche Gifte, Klebstoffe beinhalten oft Lösungsmittel, deren gesundheitsschädliche Dämpfe eingeatmet werden, Kunststoffe enthalten Weichmacher. Bernhardt verweist deshalb auf Händler, die sich an der Initiative beteiligen. "Sie weisen die Produkte mit dem Logo "Umwelt Tipp!" aus, dabei sollten auch lokale oder regionale Händler bevorzugt werden", sagt sie.

Einkaufsliste

Die Volksschule Rangersdorf ist eine Umweltzeichen-Schule. Dort wird in allen Bereichen des Schulalltages darauf geachtet, umwelt- und gesundheitsbewusst zu agieren. Deshalb: "„Die Eltern bekommen von uns zu Schulschluss bzw. Schulanfang eine Einkaufsliste mit den Dingen die die Kinder benötigen. Sie erhalten auch Informationsmaterialien und beim Elternabend stehen diese Themen ebenfalls am Plan. Unser Grundsatz lautet dabei: Qualität vor Quantität und logisches Denken beim Einkaufen. Es gibt zwar zahlreiche günstige Produkte, allerdings kauft man diese oft mehrmals und spart kein Geld", so Schulleiterin Margaretha Ebner.

Zentraler Einkauf

Nicht alles, was die Werbung vermittelt, werde benötigt. Die Federpennale quellen oft über vor unsinnigen Dingen. Die Kinder verlieren den Überblick und lernen es nicht, den Wert der Arbeitsmaterialien zu schätzen und auf ihre Sachen zu achten. "Es ist uns wichtig, den Kindern und Eltern auch ein ‚gesundes‘ Konsumverhalten zu vermitteln. Das ist heute eine große Herausforderung. Außerdem appellieren wir immer daran, vor Ort einzukaufen und die Umweltzeichen-Hefte beschaffen wir sowieso zentral für alle Kinder", sagt sie.
AWV-Geschäftsführer Ambros Jost abschließend: „Wenn wir uns für unbelastete und ressourcenschonende Produkte entscheiden, tragen wir dazu bei, die Gesundheit unserer Kinder zu erhalten und die Umwelt zu schützen.“
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