27.07.2016, 11:23 Uhr

SoArt: Ein Geisterdorf?

Die Stadtgemeinde Spittal stellte Soravia ein 1.000 Quadratmeter großes Grundstück zur Verfügung

Seit 2013 gibt es nur wenig Aktivität in den SoArt-Künstlerresidenzen am Millstätter See Südufer.

GROSSEGG (ven). Dominant im Landschaftsbild des Millstätter See Südufers thronen sie neben der "Schaumrolle": Die beiden SoArt Künstlerateliers, die auch in der Nacht durch die auffallende Beleuchtung vom Nordufer her gut zu sehen sind. Doch was passiert eigentlich auf den 1.000 Quadratmetern, die die Stadt Spittal Soravia zur Verfügung stellte?

Ausstellungen und Events

"Die von Erwin und Marion Soravia ins Leben gerufene Privatinitiative SoArt will vernetzen, einen von Toleranz und gegenseitigem Respekt geprägten interdisziplinären kulturellen Austausch vorantreiben und grenzüberschreitende Dialoge führen", heißt es auf der Homepage von SoArt.at. Dazu sollen laut Angaben von Soravia Kunstschaffenden aus aller Welt Arbeits- und Aufenthaltsstipendien zur Verfügung gestellt werden, sowie "an unterschiedlichen Orten Ausstellungen und andere kulturelle und gesellschaftsrelevante Veranstaltungen realisiert, mit dem Ziel Menschen zusammenzubringen". Soweit, so gut.

Letzte Ausstellung 2013

Laut Homepage sind auch jedes Jahr Künstler anwesend. Allerdings: Die letzte angekündigte Ausstellung von SoArt-Künstlern und deren Werken fand 2013 statt. Der ursprüngliche Gedanke, dass die Öffentlichkeit den Künstlern beim Arbeiten über die Schulter schauen kann, ging bereits kurz nach der Eröffnung im Juli 2011 verloren. Die Künstler hätten ein Recht auf Privatsphäre, hieß es damals.
Laut Medienberichten von 2014 wurde der Baurechtsvertrag mit einer sechsstelligen Summe von der Soravia-Gruppe abgegolten, man stieß sich damals an "unsachlichen und falschen Stellungnahmen von öffentlichen Vertretern der Stadtgemeinde und lokalen Medien".

Keine Konsequenzen

Seitdem hat sich am Status Quo nichts geändert, es wirkt wie ein Geisterdorf. Stadtamtsdirektor Erich Kofler zur WOCHE: "Die Auslegung der zwischen Spittal und Mag. Soravia getroffenen Vereinbarungen ergibt eine Betriebspflicht des Bauberechtigten hinsichtlich der Artists Residence. Soravia obliegt der Betrieb dieser Residence. Er soll sie nach seinen Möglichkeiten nach bestem Wissen und Gewissen betreiben, wobei sich dieser Betrieb voraussichtlich von Mai bis September erstrecken wird. Dabei kann eine genaue Zeitraumangabe aber nicht getroffen werden, da sich der Betrieb nach der zeitlichen Verfügbarkeit der eingeladenen Künstler richten muss." Der Knackpunkt: Eine detaillierte Regelung des Betriebes und auch der Konsequenzen im Fall der Verletzung der Betriebsführungspflicht sei bisher nicht erfolgt. "Eine Vereinbarung mit Soravia kam diesbezüglich nicht zustande", so Kofler.

Man halte sich an Vertrag

Bei der Pressestelle von Soravia nachgefragt, hieß es, dass man sich "heute ebenso wie in der Vergangenheit an die Einhaltung des Baurechtsvertrages hält. Bei Anderslautendem, Unwahrheiten oder etwaigen Unterstellungen behalten wir uns vor, rechtliche Schritte einzuleiten."
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