19.03.2016, 09:00 Uhr

"Wir bringen Geld von den Großkonzernen wieder in die Region"

Erfolgreich: Markus Mandler (Mitte) mit Gattin Daniela und Tischlermeister Karl Delfser (seit 20 Jahren im Betrieb)

Die Tischlerei Mandler aus Greifenburg gibt es seit 40 Jahren. Seit 2006 beliefert sie Yacht-Innenausstatter.

GREIFENBURG (ven). Begonnen hatte alles als normale Bau- und Möbeltischlerei, doch mittlerweile sieht sich der Inhaber der Tischlerei Markus Mandler als "Veredler" von Hölzern. Seit 2006 spezialisiert er sich mit seinem Betrieb auf exklusives Yacht-Interieur, das Unternehmen gibt es insgesamt bereits seit 40 Jahren.

40 Mitarbeiter als Ziel

"40 Jahre, 40 Mitarbeiter ist unser Ziel und derzeit sind wir auf einem guten Weg", so Mandler zur WOCHE. Sein Vater hat mit 21 Jahren den Betrieb gegründet, seit 1987 befindet er sich auf dem jetzigen Standort - etwas versteckt und abgelegen in der Gemeinde Greifenburg.

Geschick und Geduld

Das Hauptstandbein ist der Innenausbau von Super-Yachten (ab 61 Meter). "Ich bin über einen Bericht im Kreuzfahrtbereich drübergestolpert. In Unterkärnten hat sich ein Unternehmen spezialisiert, die habe ich angeschrieben und einen Auftrag erhalten", erzählt Mandler.
In diesem Bereich sind vor allem handwerkliches Geschick und Geduld gefragt. „Mitarbeiter benötigen eine dreijährige Einarbeitungsphase, ehe sie eigenständig Projekte abwickeln können. Alleine eine Bettanlange bei Yachten kann bis zu 500 Arbeitsstunden in Anspruch nehmen, das ist schon eine spezielle Herausforderung“, erzählt der Unternehmer. „Wir sind bestrebt, innovativ zu sein, um nicht stehen zu bleiben. Dieser Bereich verändert sich stetig“, so der Geschäftsführer.
Das zweite Standbein des Unternehmens ist der exklusive Innenausbau. Der dritte Schwerpunkt wird auf Sonder-Oberflächen gesetzt.

Lehrlinge werden belohnt

Die Lehrlingsausbildung steht bei Mandler auch im Vordergrund. Erreichen seine Auszubildenden bei Wettbewerben und in der Schule gute Leistungen, wird dies mit Zuckerln auch belohnt. Er will damit auch der Abwanderung im ländlichen Bereich entgegenwirken. Mandler ist dementsprechend auch beim Otelo in Greifenburg engagiert. "Das Angebot, mit unseren Lehrlingen Werkstücke herzustellen, wird gut angenommen und das war auch das Ziel. Es ist für meine Mitarbeiter auch eine tolle Erfahrung und so lernen sie auch Führungskompetenzen." Der Facharbeiter der Zukunft muss also auch Weitblick mitbringen.

Statussymbol Yacht

Heutzutage müsse man sich als Unternehmen eine Nische suchen. Er exportiert hauptsächlich ins Ausland, von Italien bis Holland. "Das Geld fließt aus der Region über das Internet zu den Großkonzernen. Die Verantwortlichen dort haben Statussymbole wie Yachten, somit schließen wir wieder den Kreis und bringen wieder Geld in die Region", schmunzelt Mandler. Er selbst hält nicht viel von solchen Statussymbolen. In seiner Freizeit findet man ihn eher in der Natur oder auf der Alm, als auf einer Luxus-Yacht.

Zur Sache:

Betrieb: Tischlerei Mandler
Inhaber: Markus Mandler
Gegründet: 1976 von Josef Mandler
Seit 2006: Spezialisierung auf exklusives Yacht-Interieur
Mitarbeiter: 36, davon sieben Lehrlinge, sechs Meister, drei Ingenieure; acht Frauen im Betrieb
Produktionsfläche: 2.500 Quadratmeter
Jahresumsatz: Circa 4,5 Millionen Euro
Investitionen: Rund 2,5 Millionen den vergangenen fünf Jahren
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