20.04.2016, 08:36 Uhr

"Wo Tatsachen schweigen, sprießen die Gerüchte"

Landtagsabgeordneter Alfred Tiefnig (SPÖ) hat zehn Fragen ans Regierungsbüro von Beate Prettner gesendet (Foto: KK)

Landtagsabgeordneter Alfred Tiefnig stellte zehn Fragen an Gesundheitsreferentin Beate Prettner zum Krankenhaus Spittal und dem RSG 2020.

BEZIRK SPITTAL (ven). Tiefnig sei die Gesundheitsversorgung im Bezirk wichtig, deshalb wollte er von Prettner auch schriftlich Zahlen und Fakten in der Causa um die Bettenkürzungen im Krankenhaus Spittal anfordern.

Tiefnig steht hinter Prettner

"Bei der Beantwortung der Fragen hat sich wiederholt gezeigt, das Referentin Prettner alles tut, um dem Krankenhaus Spittal eine Zukunft zu geben. Die ständigen Forderungen im Gesundheitsbereich, Einsparungen vorzunehmen trifft alle Krankenhäuser im Land. Im Bezirk wurden sogar Maßnahmen gesetzt, die die Gesundheitsversorgung sogar verbessern", so Tiefnig nach Beantwortung der Fragen. Sein Motto: "Wo Tatsachen schweigen, sprießen die Gerüchte." Das Krankenhaus Spittal könne alle bisherigen Leistungen im vollem Umfang weiter anbieten.

Sorgen ernst nehmen

"Die Sorgen und Ängste der Bevölkerung sind ernst zu nehmen, aber das man mit falschen Fakten und Gerüchten auch die Bevölkerung verunsichert und der Gesundheitsversorgung im Bezirk nicht weiterhilft bzw. die Standortsicherheit des KH Spittal hinterfragt, hat die Vergangenheit gezeigt", so Tiefnig. Alle Krankenhäuser haben den RSG 2020 noch nicht unterzeichnet, Spittal und Friesach sind noch ausständig. Am Mittwoch sollen die über 20.000 Unterschriften, die von der Initiative Pro Krankenhaus Spittal gesammelt wurden, an Landeshauptmann Peter Kaiser übergeben werden.

Hier einige konkrete Fakten aus dem Regierungsbüro von Beate Prettner aufgrund von Fragen von Tiefnig (Auszug):

Ist das Krankenhaus Spittal von einer Schließung bedroht?
PRETTNER: Nein, ganz im Gegenteil, das Krankenhaus spielt für die regionale Gesundheitsversorgung im Bezirk eine wichtige Rolle. Es bleiben alle medizinischen Abteilungen erhalten, es wird keine Leistungseinschränkungen geben."

Ist die Notfallambulanz vone iner Schließung bedroht?
Nein, eine Schließung darf das KH Spittal nicht vornehmen. Die ambulante Erstaufnahmeeinheit ist mit zwei Beobachtungsbetten auszustatten.

Bedeutet Streichungen von Betten auch Reduzierung von Leistungen?
Nein, ausdrücklich nicht. Zusätzlich können auch noch orthopädische Operationen durchgeführt werden. Das war bisher nicht der Fall und bedeutet eine Aufwertung. Es besteht auch die Möglichkeit, Teile der Abteilungen in Form einer Wochenklinik zu führen.

Stimmt es, dass nach ursprünglicher RSG-Planung die Gynäkologie aufgrund der geringen Auslastung sogar geschlossen hätte werden können?
Aufgrund der Patientinnenzahlen, der Belegstage und der Verweildauer würde es ausreichend sein, in Kärnten nur zwei gynäkologische Abteilungen vorzuhalten. Mit Zustimmung des Gesundheitsministeriums können jedoch 20 Betten betrieben werden.

Wie sieht die RSG 2020-Umsetzung in der Praxis aus?
Die Chirurgie und Innere Medizin werden mit 1. Juli 2016 um je fünf Betten reduziert, damit hat sich die Geschäftsführung des KH Spittal einverstanden erklärt. Die Realisierung der im RSG vorgesehenen Bettenzahlen haben wir mit 1. Juli 2017 vorgeschlagen.

Ist der Krankenhausbetrieb in Spittal finanziell und für den weiteren Betrieb abgesichert?
Das Land Kärnten stellt durch die äußerst günstige vertragliche Regelung für die Bereitstellung von 100 Prozent der anfallenden Kosten den weiteren Betrieb sicher.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.