20.07.2016, 16:04 Uhr

Der Danielsberg

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Preisdorf: danielsberg |

Ein Berg mit dem Namen des Hl. Daniel, darauf eine Kirche mit dem Namen des Hl. Georg und an der Kirche angebracht, eine Steintafel, die über den griechischen Helden Herkules berichtet. Wie ist das alles möglich?

Der Danielsberg liegt in Kärnten im Mölltal etwas westlich von Kolbnitz und ist ca. 966 Meter hoch. Er ist bereits seit der Steinzeit besiedelt, was steinzeitliche, bronzezeitliche, keltische und römische Funde belegen.

Somit spiegelt der Danielsberg die Chronik der Kulturen seit Jahrtausenden.
Neben den steinzeitlichen Funden (Schalenstein ca. 6000 Jahre alt, Flachbeile, gelochter Steinhammer, Klingenteile aus Feuerstein und Bruchstücken aus Keramik), den bronzezeitlichen Funden (Randleistenbeil ca. 5.500 Jahre alt) und den keltischen Funden (Steinplatte mit Grabinschrift) ist für mich vor allem faszinierend, dass an der Stelle der heutigen Kirche ein Römertempel gestanden hat, der dem antiken Helden Herkules geweiht war.

Der Tempel wurde um 175 n.Chr. erneuert, was durch eine Steinplatte, die an der Außenwand der Kirche angebracht ist, mit folgender Inschrift belegbar ist:

HERCUL(i) INVICTO
SACRUM C(aius) DONNI/
CIUS RUFINUS ET
VALERIA ATTICA
CUM SUIS TEMPLUM
VETUSTATE CON/
LABSUM RESTI/
TUERUNT EX VOTO

"Dem unbesiegten Hercules geweiht. Caius Donnicius Rufinus und Valeria Attica haben mit ihren Angehörigen den infolge seines Alters verfallenen Tempel wieder herstellen lassen. Aufgrund eines Gelübdes."

Im 4. Jhdt. wurde auf den Grundmauern des Herkulestempels ein christliche Kapelle gebaut, die dem Hl. Daniel geweiht wurde, dem Schutzpatron der Bergleute. Vermutungen besagen ja, dass der Danielsberg ab ca. 4000 v. Chr. als Stützpunkt für Bergbau und Berghandel genutzt wurde und dies von den um 300 v. Chr. in Kärnten eingewanderten Kelten fortgesetzt wurde.

Im 12 Jhdt. wurde der Ostteil der heutigen Kirche gebaut. im 16. Jhdt. erfolgte die Erweiterung nach Westen.

Am 14. Juni 1516 wurde die Kirche schließlich den Heiligen Michael, Daniel und Georg unter dem Namen "Wiederhergestellte Filialkirche von Pusarnitz" geweiht, die Kirche St. Georg.

Eine Reise auf den Danielsberg ist eine Reise in ferne Vergangenheiten, man findet Heiligtümer und Zeugen längst vergangener Epochen, aber vieles davon sichtbar und erlebbar.
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renate krska aus Neubau | 20.07.2016 | 16:53   Melden
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Poldi Lembcke aus Ottakring | 20.07.2016 | 21:11   Melden
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Petra Maldet aus Neunkirchen | 20.07.2016 | 22:57   Melden
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