20.05.2016, 10:51 Uhr

Bilanzkonferenz Kärntnermilch: "2015 war schwieriges Milchwirtschaftsjahr"

Betonen die Wichtigkeit von regionalen Produkten: Wolfgang Kavalar, Helmut Petschar, Josef Wielscher, Reinhard Scherzer (Foto: Schönegger)

Kärntnermilch: Der Bruttoumsatz ist 2015 um 5,22 Prozent auf 102,1 Millionen Euro gesunken.

SPITTAL (schön). Gestern, 19. Mai, fand die Bilanzpressekonferenz der Kärntnermilch statt. Bei dieser sprach Geschäftsführer Helmut Petschar von einem schwierigen und herausfordernden Milchwirtschaftsjahr 2015. "Durch das nach wie vor aufrechte Russland-Embargo, die schwächelnde Wirtschaft in China und größeren Milchmenden nach dem Quotenende fällt der Milchpreis und somit auch der Bauernauszahlungspreis", erklärt er. Aufgrund dieser schwierigen Marktsituation sei der Bruttoumsatz um 5,22 Prozent auf 102,1 Millionen Euro gesunken.

Preise für Bauern gesunken

Der Exportumsatz, so Petschar, ist hingegen um 1,4 Prozent auf 20,7 Millionen Euro gestiegen und beträgt mittlerweile 21,61 Prozent des Gesamtumsatzes. Im Jahr 2015 wurden insgesamt 121,5 Millionen Kilogramm Rohmilch zu über 400 Produkten verarbeitet. "Ein besonderer Dank für die hohe Qualität der angelieferten Rohmilch gilt unseren Bauern", betont Petschar. "Mit einem Auszahlungspreis von durchschnittlich 38,75 Cent konnten wir ein positives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) in der Höhe von 1,3 Prozent der Betriebsleistung erwirtschaften", fügt er hinzu. Jedoch bekommen die milchliefernden Betriebe aktuell rund 32 Cent brutto. "Die Preisrückgänge für die Bauern sind ein Wermutstropfen. Trotzdem liegt unser Auszahlungspreis noch im Spitzenfeld der österreichischen und europäischen Molkereien", sagt Ex-Obmann Josef Wielscher, der seine Funktion vergangenen Donnerstag an Reinhard Scherzer übergab. Um dem dennoch entgegenzuwirken, schlägt Petschar die Beendigung des Russland-Embargos vor. "Außerdem darf es nicht sein, dass öffentliche Einrichtungen Milch und Milchprodukte wegen winiger weniger Cent billiger aus dem Ausland kaufen." Speziell in den öffentlichen Einrichtungen müssen laut Petschar regionale Produkte angeboten werden.

Zur Sache:

Insgesamt investierte die Kärntnermilch im Jahr 2015 6,3 Millionen Euro in die Modermisierung mit dem Schwerpunkt Logistikzentrum mit Hochregallager, zweigeschossiger Kommissionierzone und neuem Auslieferungslager.

Seit der Übersiedelung von Villach nach Spittal im Jahr 1990 ist die Verarbeitungsmenge von damals knapp 50 Millionen Kilogramm Milch auf mittlerweile 120 Millionen Kilogramm gestiegen. Auch die Produktvielfalt ist um mehr als das Doppelte gestiegen. Täglich verlassen bis zu 800 Paletten die Kärntnermilch.

Am kommenden Sonntag, 29. Mai, wird das neue Logistikzentrum beim Tag der offenen Tür vorgestellt.

Reinhard Scherzer ist neuer Obmann

Bei der Generalversammlung, die ebenfalls gestern stattfand, wurde Gerhard Scherzer vom Vorstandskörper einstimmig zum neuen Obmann gewählt. Der 49-Jährige, der aus Paternion stammt und viele Jahre als Landwirtschaftslehrer in der LFS Litzhof unterrichtete, ist seit 1990 Funktionär in der Kärntnermilch. "Ich habe alles, was man zum Funktionär-Sein braucht, in der Kärntnermilch gelernt", sagt Scherzer.
In seiner neuen Funktion als Obmann will er als "Kommunikator zwischen Bäuerinnen und Bauern sowie der Kärntnermilch fungieren."
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