06.04.2016, 13:30 Uhr

Biker liefern Glück und Horror

Helmut und Julia Kiebl lieben die Freiheit am Motorrad und sorgen mit Burger und Steaks dafür, dass die Biker "so gut ausschauen" (Foto: privat)

Niederösterreich wird international zum Motorrad-Land. Lokalaugenschein auf den Routen der Region.

REGION. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen erwachen auch die Motorradfahrer aus dem Winterschlaf. Aus der Bundeshauptstadt machen sich derzeit ganze Legionen von Bikern nach Niederösterreich auf, aber auch international werden wir immer mehr zum Land der „Gasradln". Das deutsche Forum „kurvenkönig.de“ schwärmt etwa: "Hier ist Motorradfahren fast wie Stricken. Links, rechts, ja keine Kurve auslassen. Traumhafte Tourentage auf einsamen Landstraßen…“ Doch was für die einen Spaß und Freiheit bedeutet, heißt für Anrainer oft Lärm und Stress. Und für die Einsatzkräfte jede Menge Arbeit. Die Bezirksblätter haben die beliebtesten Bikerrouten besucht.

St. Pölten ist Mekka der Biker

2.824 Motorräder sind in der Stadt St. Pölten zugelassen, 6.568 sind es in St. Pölten Land. Dazu tragen auch Julia und Helmut Kiebl, Inhaber des Saloons Milwaukee, bei. Zu Burger oder Steak trinken die harten Kerle in ihrem Biker-Lokal ein großes Bier - sollte man meinen. "Da kommen lauter Rocker und bestellen Verlängerte und Mineral", lacht Kiebl. Selbst gehören sie dem Voralpen-Chapter Austria an. "Wir haben Bart und tragen Leder, die Frauen haben Tattoos. Da glauben die Leute, wir sind wild, doch das stimmt gar nicht." Oft fahren Kinder mit. Über Ausfahrten in die Region schwärmt Helmut Kiebl: "Wir haben eine schöne grüne Landschaft und viele Kurven."
In St. Pölten findet sich auch Europas größte Harley-Davidson Dealership. Mit seinen Bikes bringt Karl Schagerl junior Männer-Knie zum Schlottern.

Unzumutbar für Anrainer

Eine Anrainerin der kurvenkoenig.at-Route „Leckeres Mostviertel" durch das Pielachtal informiert: „Die Saison hat noch nicht richtig begonnen. Wenn das Wetter schön bleibt, dann wird man am Wochenende schon was davon spüren.“ Eine andere Route führt durch das Laabental, direkt bei Landwirt Stefan Salzer vorbei. Er bringt den motorisierten Zweiradfahrern wenig Gegenliebe entgegen und wünscht sich gezielte Radarkontrollen: „Während der Motorradsaison ist es oft lebensgefährlich, die Hauptstraße zu überqueren. Vor allem am Wochenende versteht man im Freien nicht einmal sein eigenes Wort.“

Fahrtraining zum Aufwärmen

Geringe Erfahrung und falsche Selbsteinschätzung sind für Karl Jilch von der Polizei Herzogenburg die größten Risiken. Laut Mario Mossbeck, Verkehrsreferent für St.Pölten-Land, überschätzen sich viele beim Fahren in der Gruppe. "Nach der langen Winterpause müssen sich die Fahrer erst wieder an das Fahren gewöhnen. Ein Fahrsicherheitstraining als Warm up wäre gut", so Jilch.
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