08.07.2016, 16:18 Uhr

„Für eine Kirche mit den Frauen“: St. Pöltnerinnen auf Pilgerreise in Rom

(Foto: Wolfgang Zarl)
ST. PÖLTEN / ROM (red). Nach zwei Monaten und mehr als 1.000 Kilometern zu Fuß aus dem Schweizer St. Gallen sind Pilgerinnen der Initiative "Für eine Kirche mit den Frauen" in Rom angekommen. Sie trafen sich mit 700 weiteren KatholikInnen aus ganz Europa, hauptsächlich aus dem deutschsprachigen Raum – darunter war auch eine Delegation der Katholischen Frauenbewegung aus St. Pölten. Als Höhepunkt feierten sie mit mehreren Bischöfen Gottesdienst im Petersdom.

Hauptinitiatorin Hildegard Aepli betonte, sie wolle „weg von der Forderung des Frauenpriestertums". Es gehe aber darum, einen Dialog „auf Augenhöhe" zu führen und „wo es möglich ist, Frauen einzubeziehen". „Ich war von Anfang an von der Idee der Schweizer-Initiative 'Kirche mit den Frauen' begeistert und wusste, da möchte ich auf alle Fälle mit dabei sein“, berichtet kfb-Vorsitzende Anna Rosenberger, die von Altabt Christian Haidinger darauf aufmerksam gemacht wurde. Rosenberger brachte die Rom-Reise in die Österreich-Ebene ein und so kamen ca. 80 kfb-Frauen aus Österreich mit.

Es habe sie beeindruckt, dass die Kerngruppe über 1000 Kilometer nach Rom gegangen ist und dabei täglich mit einem Blog auf ihrer Website auf die Initiative aufmerksam gemacht hat. Weiters habe sie die hohe Zahl von 700 Frauen und auch Männern, denen dieses Anliegen wichtig ist, mit ihren Fahnen und Transparenten überrascht, und es sei eine „wunderbare Stimmung“ gewesen.

Höhepunkt war für Rosenberger der „Schweige-Gang“ der Pilger-Gruppe über den Petersplatz und der Einzug durch die Pforte der Barmherzigkeit. „Was wäre, wenn die Frauen in der Kirche verstummen, weil sie nicht gehört werden? Im Dom zogen wir dann singend ein. Bei der anschließenden Eucharistiefeier sind angeblich erstmals Frauen im Petersdom im Chorgestühl gesessen und teilten die Kommunion aus“, so Rosenberger.

Die Reise, die Gottesdienste und die vielen Begegnungen hatten die TeilnehmerInnen alle sehr berührt. Auch wenn Papst Franziskus nicht mit dabei war, so ist Rosenberger überzeugt, dass etwas beim Thema Kirche und Frauen in Gang gekommen sei.

Was nimmt kfb-Vorsitzende Rosenberger mit: „Dass wir dranbleiben müssen am Thema und die Begeisterung und den Aufbruch, den wir alle erlebt und gespürt haben, weitertragen. Ich bin gerne Frau und gerne in dieser, unserer Kirche. Aber ich werde auch weiterhin dafür einstehen, dass unsere Kirche eine ist, die nach dem biblischen Satz 'Ihr alle seid eins in Christus' lebt und handelt. Vor allem aber auch dafür, dass Frauen mitreden können, wenn es um Frauen in der Kirche geht und nicht nur über sie geredet und bestimmt wird, was sie dürfen und was nicht!“
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