26.06.2016, 11:23 Uhr

Hoher Besuch am Domplatz

Es gibt immer wieder interessante Neuigkeiten bei den Ausgrabungen, die auch der Bischof von St. Pölten aktuell mitverfolgt. (Foto: Stadtmuseum St. Pölten)

Diözesanbischof Klaus Küng und Bürgermeister Matthias Stadler sowie weitere Vertreter der Diözese besuchten gestern die Ausgrabungen am Domplatz.

ST. PÖLTEN (red). Stadtarchäologe Ronald Risy erklärte den interessierten Besuchern die sichtbaren Grundmauern des einstigen Beinhauses mit seinen beiden übereinanderliegenden Kapellen. Die einstige Rundkapelle, erstmals 1179 erwähnt, wurde in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts n. Chr. gotisch ummantelt und der Altarraum vergrößert. Nach dem Abbruch der Kapelle 1786 wurde innerhalb der Mauern eine Grube ausgehoben und mit den ursprünglich oberhalb im Kapelleninneren aufbewahrten Gebeine verfüllt.

Neben der Entdeckung eines spätrömischen Verwaltungspalastes mit eigener Badeanlage, der Freilegung einer Kirche aus dem 9. Jahrhundert und deren Nachfolgebauten und von Teilen des mittelalterlichen Klosters, wurden inzwischen an die 11.000 Bestattungen des ehemaligen am Domplatz situierten Stadtfriedhofes ausgegraben, dokumentiert und untersucht. „Europaweit gibt es keinen mittelalterlich-frühneuzeitlichen Friedhof, der bisher in dieser Dimension archäologisch ausgegraben und untersucht wurde“, erläutert Ronald Risy.
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