29.03.2016, 08:00 Uhr

"Ich habe heute Schmerzen und nicht in sechs Wochen"

Aktuelle Umfrage des VKI bestätigt lange Wartezeiten für Kassen-Patienten. (Foto: Symbolfoto/privat)

Langes Warten auf MRT-Untersuchung stößt auf Kritik. Auch in St. Pölten

ST. PÖLTEN (jg). Am operierten Fuß vier Zentimeter weniger Muskelumfang und stechende Schmerzen in der Nacht – für den 33-jährigen Helmut (Name geändert) wurde ein "Spaßkickerl" zum Albtraum. Im April vergangenen Jahres riss er sich beim Fußballspielen das Kreuzband. Es folgte eine Odyssee zu verschiedenen Ärzten und eine Operation. Die Schmerzen blieben. Helmut wurde erneut zur Magnetresonanz verwiesen. Ein Anruf brachte ihn nun "auf tausend": Bei drei Instituten erhielt er frühestens in sechs Wochen einen Termin. "Ich habe heute Schmerzen und nicht in sechs Wochen", sagt er und übt darüber hinaus heftige Kritik an der "Zweiklassenmedizin". "Mir wurde mitgeteilt, wenn ich rund 250 Euro zahle, würde ich früher drankommen."
Helmut ist kein Einzelfall. Beinahe am laufenden Band trudeln in der St. Pöltner Bezirksblätter-Redaktion Anrufe ein, in denen über lange Wartezeiten geklagt wird.

NÖGKK: Keine Kontingente

Diese werden nun durch eine Umfrage des Vereins für Konsumenteninformation mit 366 versuchten Terminvereinbarungen in Radiologieinstituten bestätigt. Aus der Bevorzugung von Privat-Patienten wird auch gar kein Hehl gemacht: "Privat-Termine können kurzfristig und auch außerhalb der Ordinationszeiten vergeben werden", heißt es auf der Website eines Instituts.
Das Problem liege laut Kritikern an den Kassen, da die Anzahl der verrechenbaren Untersuchungen von diesen limitiert und gedeckelt werde. Patientenkontingente gibt es nicht, heißt es indes seitens der NÖGKK. Privatpatienten zu bevorzugen, entspricht nicht den Verträgen, so der Hauptverband der Sozialversicherungsträger.

System voller Widersprüche

Die Diskussion ist von gegenseitigen Schuldzuweisungen geprägt. Fakt ist, es geht ums Geld – sogar über die Untersuchungen hinaus: "Das System ist voller Widersprüche", sagt Helmut. "Ich will so schnell wie möglich geheilt werden und damit nicht mehr im Krankenstand sein müssen, was wiederum durch die Wartezeiten verhindert wird."
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