31.08.2016, 08:30 Uhr

Mit Schwammerln zur Beratung

"Jeder Schwammerlsucher hat seine Plätze, aber die verrät man nicht", gibt sich Lebensmittelinspektorin Gabriele Bertl geheimnisvoll.

Knollenblätterpilze und Trüffel, damit kommen Schwammerlsucher aus ganz Niederösterreich zur Pilzberatung.

ST. PÖLTEN (bt). Schwammerl haben Hochsaison und damit auch die Pilzberatungsstelle im St. Pöltner Marktamt. 50 Schwammerlsucher schauten heuer schon mit ihren Funden vorbei, berichtet Leiterin Gabriele Bertl. "Erst heute war ein Herr mit Karbol-Egerlingen hier. Die schauen ähnlich wie Wiesen-Champignons aus." Wären die giftigen Schwammerl trotz Unsicherheit im Kochtopf gelandet, hätte das der Mann vermutlich mit Übelkeit und Durchfall gebüßt. Harmlos im Vergleich zum Knollenblätterpilz, denn dieser kann zu einer tödlichen Vergiftung führen. Aber selbst dieses Exemplar bekommt St. Pöltens "Schwammerlfee" immer wieder zu Gesicht, kombiniert mit der Frage: "Kann man den essen?" "Da sagen wir dann schon, Gott sei Dank sind Sie gekommen." St. Pöltens Pilzberater haben also vielleicht schon manches Leben gerettet.

Falsche Trüffel enttäuschen

"Enttäuscht sind Leute, die mit einem Korb voll, auf den ersten Blick, wunderschöner Steinpilze kommen, die dann aber Gallenröhrlinge sind." Nur wenige Stücke des ungenießbaren Pilzes würden eine ganze Soße verderben. Heuer sprießen besonders viele Trüffel. Nur leider nicht die richtigen, denn die Mäandertrüffel ist ungenießbar. "Es waren schon viele Leute da, die gefragt haben, was sie verlangen können", lacht Bertl, die darauf verweist, dass die teuren Trüffel in Italien und Frankreich zu finden sind. Vielleicht versuchen enttäuschte "Trüffel"-Finder beim nächsten Urlaub ja dort ihr Glück.

Unbekanntes im Wald lassen

Schwammerl auf gut Glück mitzunehmen und auf grünes Licht der Pilzberatung zu hoffen ist keine gute Idee. Zum einen weil Pilze, die das Gift in der Huthaut tragen, so wie der Knollenblätterpilz, auch andere im Korb vergiften können. Zum anderen, um den Bestand zu erhalten. "Bitte stehen lassen, die Pilze werden eh immer weniger", appelliert die Marktamtsleiterin. Für eine Beratung ist der vollständige Pilz erforderlich. Am besten herausgedreht oder knapp über dem Boden abgeschnitten.


Halbes Österreich sucht

Laut einer Studie von "Market-agent.com" begeben sich 46,2 Prozent der Österreicher zumindest ab und zu auf Schwammerlsuche. 51,2 Prozent davon sind Männer. In Sachen Beliebtheit stehen Eierschwammerl an erster Stelle. Gefolgt von Steinpilzen und dem Parasol. Nur 23,5 Prozent der Pilzjäger behaupten von sich, einen zumindest eher hohen Wissensstand über Schwammerl zu besitzen. 22,6 Prozent geben zu, wenig bis sehr wenig informiert zu sein.

Pilzberatung:

Nach telefonischer Voranmeldung unter 02742/333-3307 von Montag bis Donnerstag von 8 bis 11:30 und von 13:30 bis 15:30 Uhr. Freitags von 8 bis 12 Uhr. Im Marktamt (Roßmarkt 6, Dachgeschoß, St. Pölten).
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.