12.04.2016, 10:34 Uhr

Urlaubsbuchung: St. Pöltner haben kalte Füße

"Die Sicherheitsfrage ist im Reisebüro nicht zu beantworten", so Helena Fuchs, Gabriele Bergmann-Gruber und Gerhard Gruber.

Flüchtlingskrise und Terror lassen typische Urlaubsdestinationen "sterben". Wo es uns im Sommer hinzieht.

REGION (bt). Sonne, Strand und Meer: Viele haben noch die Qual der Wahl, was den Sommerurlaub betrifft. Die Bezirksblätter haben in Reisebüros nachgefragt, was die Trends im Sommer 2016 sind.

"Unschuldig zum Handkuss gekommen"

Türkei, Tunesien und Ägypten, das sind die Länder denen die größte Skepsis entgegengebracht wird. "Ägypten, kommt mir vor, ist unschuldig zum Handkuss gekommen. Da war nichts Konkretes, aber gegenüber jedem muslimischen Land besteht Terrorangst", so Isabella Bayer vom Reisebüro Korrak in Haag bei Neulengbach. Auch Gerhard Gruber vom Reisebüro travelworld4you in Böheimkirchen sagt: "Wir haben einen Partner in Äqypten, der meint, er fühle sich in Hurghada sicherer als in Brüssel oder Paris." Auch Städtereisen werden nur verhalten gebucht.

Bulgarien als Alternative

Beliebte Urlaubsdestinationen sind heuer Spanien, Portugal und Malta. Auch Griechenland wird gebucht, aber "nicht unbedingt die Inseln die mit Flüchtlingen im Gespräch sind. Es gibt noch genügend andere wie Kreta und Korfu", erklärt Bayer. Als Alternative erfreut sich auch Bulgarien immer größerem Andrang. Die selben Erwartungen wie bisher an die Türkei, dürfen Urlauber aber nicht stellen. "So gut und günstig wie in der Türkei kann man sonst nirgends urlauben", heißt es bei travelworld4you.

Mit dem Auto unabhängig sein

Im Sommer 2016 fahren besonders viele St. Pöltner mit dem Auto in den Urlaub, denn sie wollen unabhängig sein. "Wobei man dann immer wieder nach den Grenzkontrollen gefragt wird", meint Bayer. "Was bis dahin ist wissen wir auch nicht, aber wir raten jedem Kunden einen Reisepass einzustecken."

Fernreisen sind gefragt

Je weiter weg, desto besser scheint diesen Sommer zu gelten. Fernreisen nach Thailand, in die Karibik oder die USA sind beliebter denn je, bestätigen unsere Spezialisten. Geldbörsel und Zeit müssen da natürlich etwas lockerer sitzen. Auch Kreuzfahrten sind ein großes Thema, besonders rauf zu nordischen Ländern. "Da sollte man schon mindestens ein Jahr vorher buchen", so Gruber.

Aktivurlaube im Trend

Wenn faulenzen im Urlaub nicht in Frage kommt, ist man beim Reisebüro der Naturfreunde in St. Pölten an der richtigen Adresse. Hier liegt der Schwerpunkt auf Aktivurlauben. "Viele wollen sowieso weg von klassischen Urlaubsländern. Exoten wie Marokko und Andorra werden versärkt nachgefragt", so Ernst Dullnigg, Geschäftsführer der Naturfreunde Touristik.

Höchste Eisenbahn

Dieses Jahr verschieben sich die Buchungszeiten nach hinten. "Die Kunden warten zu. Sie glauben es wird noch billiger", so Gruber, bei dem normalerweise ab November für den nächsten Sommer gebucht wird. Doch eine gute Taktik ist das Abwarten heuer nicht, denn durch den "Ausfall" von Ländern wie der Türkei und Ägypten gibt es geringere Kapazitäten. Wer gewisse Ansprüche an Reisezeit, Land und Hotel stellt, sollte bald buchen.
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