05.08.2016, 12:25 Uhr

Wasserleitungsbaustelle trifft auf Archäologie

Diese spätmittelalterlichen Ofenkacheln kamen während der Bauarbeiten zum Vorschein. (Foto: Ronald Risy)

Eigentlich sollte in der Grenzgasse in der St. Pöltner Innenstadt bloß ein Wasserleitungstausch durchgeführt werden, jedoch wurden dabei unerwartete Entdeckungen gemacht. Jetzt arbeiten Bauarbeiter und Archäologen Hand in Hand um archäologisches Fundmaterial sicherzustellen.

ST. PÖLTEN (red). Es war an der Zeit die in die Jahre gekommene Trinkwasserleitung in der Grenzgasse auszutauschen. Mit ihren 88 Jahren ist sie im Vergleich zu den Funden, die während der Grabungen für die Erneuerungsarbeiten gemacht wurden, jedoch noch jung. Bei den Grabungsarbeiten wurde vom barocken Domkellergewölbe, über die Mauern des erst 1969 abgerissenen Gasthauses „Zum grünen Baum“ am Sparkassenplatz bis hin zu mehreren Jahrhunderten alten Mauern und Gewölbe so einiges Unverhofftes entdeckt. Auch ein Brunnen und die in einer Abfallgrube entsorgten spätmittelalterliche sehr schön verzierten Ofenkacheln kamen zum Vorschein.
"Es ist faszinierend wie viele Funde gemacht wurden, alle zwei Meter stieß man auf neue Spuren der vorigen Jahrhunderte. Am hinteren Sparkassenplatz haben die Archäologen fast mehr gegraben als unsere Baufirma", berichtet Bauleiter Christian Groissmaier von der Hydro Ingenieure Umwelttechnik GmbH.

Dank an die Anrainer

Die (Aus-)Grabungsarbeiten der zwei Interessensgruppen am selben Ort, stellen jedoch eine Herausforderung für den Bauzeitplan dar. Großes Lob gilt hierbei Ronald Risy und Stefan Fuchs und ihrem Team von der Stadtarchäologie für die gute Zusammenarbeit. Aufgrund des Verständnisses der Anrainer und ansässigen Firmen für die notwendigen Bauarbeiten, stellten die teilweise erheblichen Erschwernisse die sie bei der Zufahrt und Anlieferung haben, keine allzu großen Barrieren dar.

1,4 Mio. Euro für Trinkwasserleitungsbau

Die Kosten für das Sanierungsprogramm der Trinkwasserversorgung 2016 umfassen inklusive Umlegungen für die Kerntangente Nord ca. 1,4 Mio. Euro netto. Neben dem Stadtzentrum wird heuer auch fleißig im Süden der niederösterreichischen Landeshauptstadt zwischen dem Gymnasium und der Franz Jonas Schule sowie der Bereich zwischen der Leobersdorfer Bahnstraße und der Mariazeller Straße saniert.
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