11.05.2016, 14:20 Uhr

Egger Getränkegruppe auf Expansionskurs

Kurt Ziegleder und Bernhard Prosser, Geschäftsführer der Egger Getränkegruppe. (Foto: Bernhard Schramm/Getränkegruppe Egger)

Egger-Geschäftsführer zogen Bilanz über 2015, berichteten vom Wachstumsmarkt Südkorea und neuen Millioneninvestitionen in den Standort.

ST. PÖLTEN (red). Die Egger Getränkegruppe – bestehend aus der Privatbrauerei Fitz Egger GmbH & Co KG und der Radlberger Getränke GmbH & Co OG – blickt zufrieden auf das Jahr 2015 zurück und stellt gleichzeitig die Weichen für weiteres Wachstum in den kommenden Monaten. Insgesamt erwirtschaftete die Gruppe im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 98 Millionen Euro. Zu Spitzenzeiten verlassen täglich bis zu eine Million Bierflaschen und -dosen sowie 700.000 Flaschen und Dosen Limonaden das Werk.

Egger Bier: Plus in der Menge und beim Umsatz

Die Privatbrauerei Egger verzeichnete im Jahr 2015 einen Ausstoß von insgesamt 870.000 Hektolitern hochqualitativen Biers, wovon ein Drittel auf die eigene Marke entfällt, zwei Drittel auf Lohnfüllungen und Handelsmarken. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 60.000 Hektoliter. Auch der Umsatz stieg leicht auf 49,2 Millionen Euro.

Das Schwesternunternehmen Radlberger indes musste im Vorjahr umsatzmäßig einen Rückgang auf 49,3 Millionen Euro sowie mengenmäßig auf rund 134 Millionen Flaschen und Dosen verzeichnen, wobei dieses Ergebnis klar auf den Wegfall einer großen deutschen Handelsmarke zurückzuführen sei, die ein eigenes Abfüllwerk errichtet hat. „Das ist zwar ein Verlust, aber kein extrem schmerzlicher“, so Bernhard Prosser, Geschäftsführer von Radlberger. „Wir haben den Kunden leider verloren, da dieser seine Prozesse umstrukturiert hat.“ Der Rückgang bei Radlberger sei zu verkraften und werde bereits heuer durch neue Märkte und Absatzstrategien wettgemacht, so Prosser. 

Starke Marken und neue Märkte

Insgesamt ziehen die beiden Geschäftsführer Bernhard Prosser und Kurt Ziegleder eine durchwegs positive Bilanz aus dem Jahr 2015: „Die Zahlen und Entwicklungen in beiden Unternehmen sind sehr gut. Knapp jedes zehnte Bier, das im Handel in Österreich gekauft wird, stammt aus der Privatbrauerei Egger, Egger Zisch ist im Wachstums-Segment der alkoholfreien Biere sogar unter den Top 3 in Österreich. Und bei Radlberger ist die Top Marke Granny’s Marktführer im Segment Apfelsaft gespritzt.“ Auch dass der Export weiter zugenommen hat und neue Märkte erobert werden konnten, zeuge für ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr 2015. 

Export: Wachstumsmarkt Südkorea

So ging im vergangenen Jahr bereits jedes vierte von Egger eingebraute Bier ins Ausland, vorrangig nach Italien, Slowenien und Serbien. Insgesamt exportiert die zweitgrößte heimische Privatbrauerei ihr Bier in aktuell 19 Länder, unter anderem nach Ungarn, Deutschland und die Schweiz, nach Bosnien, Bulgarien, Montenegro, Schweden, Rumänien, Kroatien, Serbien, Dänemark und sogar nach China und Paraguay. Heuer sollen weitere Märkte hinzukommen: „Neben den bereits gut ausgebauten Zielmärkten rund um Österreich konzentrieren wir uns auf exotische Märkte in Fernost. Dort punkten wir als österreichischer Anbieter mit unserer hohen Qualität, für die wir auch mehrfach prämiert wurden,“ so Ziegleder. Neben Russland liegt der Fokus heuer stark auf dem Wachstumsmarkt Südkorea, wo eine Listung der beiden Egger Radler-Sorten Grapefruit und Zitrone in einer der größten Handelsketten des Landes erreicht wurde.
 
Ähnlich hoch ist auch die Exportquote bei Radlberger, die 2015 bei rund 20 Prozent lag. Neben Deutschland als weiterhin stärksten Exportmarkt für Limonaden beliefert der Getränkehersteller mit Sitz in Niederösterreich auch Ungarn, Tschechien, Slowenien, Serbien, Dänemark, Italien, Schweiz, Slowakei, Bosnien, Schweden und die Niederlande, aber auch fernere Ziele wie etwa Ägypten. Die Marke Black Jack Cola aus dem Haus Radlberger fand im vergangenen Jahr sogar ihren Weg nach China und ist nun in Shanghai in einer Supermarktkette gelistet.

„Top Produkt 2016“ stammt von Radlberger

Im Heimatmarkt punktete Radlberger 2015 unter anderem durch die Einführung neuer Produkte, allen voran Granny´s Sport: Eine „sportliche Variante“ der bereits bekannten 0,75l PET-Flasche mit Sportverschluss, die vom Branchenmagazin REGAL zum „Top Produkt 2016“ als erfolgreichste Innovation in der Kategorie Sport/Isotonische Getränke, Energy Drinks, Eiskaffee gekürt wurde.
 
Bereits zum siebenten Mal in Folge wurde Egger Märzen darüber hinaus von der Deutschen landwirtschaftlichen Gesellschaft (DLG) mit Gold prämiert, insgesamt gingen gleich sechs GOLD-Medaillen an Produkte aus dem Hause, u.a. erstmalig für das alkoholfreie Egger Zisch. „Das ist die Champions League für Lebensmittel“, freut sich Bernhard Prosser über die Anerkennung.

Egger bereits jetzt über Vorjahr

Gerade Bier entwickelt sich in den ersten vier Monaten sehr gut und liegt bereits jetzt umsatzmäßig 11 Prozent über dem Vergleichszeitraum 2015. Radlberger konnte einen großen Lohnfüllungskunden aus Deutschland gewinnen und wird damit laut den Geschäftsführern an die Erfolge anschließen. Dank der Fußball-Europameisterschaft 2016 geht Egger von einem weiteren Wachstum aus.

Anlässlich der Europameisterschaft bringt Egger unter dem Titel „My home is my ANSTOSSZEIT“ sein Märzenbier in der 0,5 Liter-Dose in einer neuen Fußball-Verpackung, wo die Rückseite jeder Dose ein Fußball-Trikot mit den beliebtesten männlichen Vornamen der 1980er und 1990er Jahre ziert. KonsumentInnen werden dazu eingeladen, aus den Egger Fußballdosen ihre persönliche Mannschaft aufzustellen und per Foto einzureichen.

Weiteres Millionen-Investment

Weitere Investitionen in den Betriebsstandort in Niederösterreich sind auch für 2016 geplant. So wird in der Privatbrauerei Egger eine zusätzliche Abfüllanlage für Dosen mit einer Investitionssumme von 6 Millionen Euro errichtet; bei Radlberger werden um insgesamt 1,5 Millionen Euro einzelne Anlagen optimiert und auf den neuesten technischen Stand gebracht.
 
Insgesamt zielen die beiden Geschäftsführer für das Jahr 2016 auf ein profitables Mengenwachstum von rund 5 Prozent für die gesamte Egger Getränkegruppe. Dazu sollen vor allem die Markenprofile weiter geschärft, neue Zielgruppen angesprochen und neue Entwicklungen aufgegriffen werden – etwa der so genannte „On-the-go-Markt“ mit dem Trend, immer ein Getränk dabei zu haben. Dazu legt das Vorzeigeunternehmen im Vertrieb sowohl im Segment AF-Getränke als auch Bier einen Schwerpunkt auf Tankstellen, Raststätten und all jenen Orten, an denen sich KonsumentInnen unterwegs mit Getränken versorgen.
 
Erstmals schreibt die Egger Getränkegruppe heuer auch einen Innovationspreis aus, bei dem kreative Ideen für den Getränkemarkt – seien es neue Rezepturen oder innovative Verpackungen – gesucht werden.
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