01.04.2016, 09:18 Uhr

Der Ortskern von Klein St. Paul wird zukunftsfit gemacht

Der zentrale Winklerpark mit Winklerhaus im Markt von Klein St. Paul (Foto: KK)

Aus 739 Ideen wurden mit der Bevölkerung Ideen entwickelt: Ins Winklerhaus kommt ein Café mit Regionalladen, der alte Gasthof Zechner wird zum konsumfreien Aufenthaltsbereich.

KLEIN ST. PAUL. Unter dem Titel "Wir verknüpfen unsere Ideen! Klein St. Paul im Zentrum" war der Ort drei Tage lang eine einzige Ideenwerkstatt. Die Bürger konnten die Zukunft ihres Ortskernes mitbestimmen und ihre Vorschläge einbringen. Auch die Schüler waren eingeladen, ihre liebsten und geheimen Plätze, aber auch was ihnen fehlt zu transportieren.

Gelbe Bänder für mehr Aufmerksamkeit

Als gemeinsamer Start wurde der Ortskern von der Klein St. Pauler Jugend mit gelben Bändern eingewickelt und hat so von Beginn an für die notwendige Aufmerksamkeit und Motivation zum Mitarbeiten gesorgt. Anhand von Fotos, Plänen und dem von Alois Michelitsch gebauten Modell wurde gemeinschaftlich mit den Experten des Architekturbüros nonconform die Zukunft des Ortskerns entwickelt.

Ideen für Klein St. Paul

Aus den insgesamt 739 Ideen entwickelte das nonconform Team mit der Bevölkerung ein Zukunftsszenario und präsentierte es im Werkskulturhaus. "Das Bedürfnis der Bevölkerung nach mehr Aufenthaltsqualität im Zentrum ist groß. Im Zuge der Ideenwerkstatt kristallisierte sich heraus, dass Orte für zufällige Begegnungen und Verbindungen zwischen aktiv genutzten Bereichen fehlen und gestaltet werden müssen", sagt Bürgermeisterin Gabriele Dörflinger.

Verborgene Schätze sichtbar machen

"Ziel ist es, die unterschiedlichen Charaktere und Potenziale der leerstehenden bestehenden Häuser, der in die Jahre gekommenen Plätze und öffentlichen wie halböffentlichen Orte zu erkennen, ihnen so eine besondere Identität zu geben und dadurch die Vitalität nachhaltig zu fördern", sagt Dörflinger.
Klein St. Paul steckt außerdem voller versteckter Schätze, die nur Insider wissen, voller Möglichkeiten und aktiver Vereine, innovativer Veranstaltungen. "Doch so manches ist versteckt und dem öffentlichen Raum abgewandt. Diese Schätze müssen sichtbarer gemacht werden", heißt es seitens der nonconform Ideenwerkstatt. Das Ziel dieser vielschichtigen Ortskernstärkungsmaßnahmen ist es, durch die kleineren und größeren Impulse und ein dichteres Netz an Treffpunkten, Aktivitäten und Nutzungen das Ortszentrum von Klein St. Paul zukunftsfit zu machen.

Folgende konkrete Projektvorschläge sollen nun umgesetzt werden:


Das Winklerhaus wird wachgeküsst
Das leerstehende, zentral im Ortskern gelegene Winklerhaus wird im wahrsten Sinne des Wortes wachgeküsst. Ein Café und ein kleiner Regionalladen sollen darin Platz finden. Aber auch die Neugestaltung der angrenzenden Winklerterrassen bieten die große Chance für einen neuen Treffpunkt im öffentlichen Raum um den Wunsch der Bevölkerung nach sehen und gesehen werden, sitzen und genießen, spielen und tanzen im Freien gerecht zu werden.

Das Zechner wird zur Wirkstätte
Der alte Gasthof Zechner mit seinem Arkadenhof wird zum konsumfreien Aufenthaltsbereich – zur sogenannten „Wirkstätte“, also einem multifunktionalen Ort bestehend aus Gemeindebücherei, Ausstellungsmöglichkeit lokaler Handwerker und Künstler, einer Tauschbörse und einer Werkstätte für die Bürger. Es soll ein Ort entstehen, wo lesen, basteln, weiterbilden oder einfach nur TUN die Zukunftsnutzung ist.

Öffnung der Kirchengärten
Rund um die Kirche befinden sich versteckte, aber wunderbare Gärten mit unterschiedlichen Qualitäten, die zugänglicher gemacht werden sollen. Aus dem Kirchengarten wird ein kontemplativer „Garten der Sinne“, aus dem zum Paulusplatz orientierte Pfarrgarten wird der „Garten der möglichen Wahrheiten“. Es entsteht ein Ort für wechselnde Kunstprojekte mit internationalem Anspruch über mögliche Wahrheiten.

Neuer Zugang zum Gemeindeamt und Verbesserung öffentlicher Raum
Eine neue Lösung der Zugangssituation vor dem Gemeindeamt über den bestehenden Paulusplatz wird angestrebt: Durch eine Veränderung der Eingangssituation der Polizei kann mehr Platz geschaffen werden. Ein neuer Aufenthaltsbereich mittels Sitzstufen kann entstehen. Aber auch der derzeitige Straßenraum im Zentrum wird „aufgeräumt“, von Gehsteigen befreit und in Richtung Begegnungszone aufgewertet. Auch die Beleuchtung soll in Zukunft mehr Atmosphäre bekommen und indirekt über die Häuserfassaden strahlen.

Kleinstmaßnahmen für sofortige Umsetzung
Zahlreiche sofort umzusetzende Mikromaßnahmen ermöglichen einen raschen Startschuss für die Umsetzung. Vom besseren Mistkübel bis zu mehr Wasserquellen im Zentrum, dem Fußballtor, die bunte Mauer für mehr Farbe im Ort.
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