19.04.2016, 10:21 Uhr

Sie begleiten aus dem Leben

Sie kümmern sich um Menschen: Luise Steiner aus Althofen und die 82-jährige Herta Wadl aus Kraig

Die Hospizbegleitung des Roten Kreuzes St. Veit sucht dringend Menschen, die sich engagieren.

BEZIRK ST. VEIT. Die Hospizbegleitung des Roten Kreuzes St. Veit zählt derzeit drei Mitarbeiter, eine künftige Mitarbeiterin ist in Ausbildung. "Das jüngste Kind des Roten Kreuzes sucht dringend Mitarbeiter", sagt Bezirkskoordinatorin Luise Steiner. Denn die Anfragen nach einer Hospizbegleitung, die das Rote Kreuz im Bezirk St. Veit seit 2014 anbietet, würden steigen.


G'spür für Menschen

Mitarbeiten könne aber nicht jeder. "Natürlich gibt es beim Kurs ein Auswahlverfahren. Einfühlungsvermögen ist wichtig, ein G'spür für die Menschen muss da sein", sagt Herta Wadl. Die Kraigerin ist 82 Jahre, seit 26 Jahren für das Rote Kreuz tätig und täglich im Einsatz. "Sie ist so aktiv und leistet Unglaubliches", streut ihr Steiner Rosen.


Angehörigen helfen

"Wir betreuen nicht nur schwerkranke, sterbende Menschen, sondern auch deren Angehörige. Auch wenn jemand schon verstorben ist, können wir Hilfe leisten", klärt Steiner auf. Mit den Angehörigen habe man öfters noch länger Kontakt. "Irgendwann reißt der Kontakt dann ab. Das ist gut so, man muss auch abschließen können", so Steiner.
Sie betreut Menschen im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in St. Veit, aber auch Kranke zu Hause, die beispielsweise von der Palliativ-Station nach Hause überstellt wurden.
Ebenfalls im Krankenhaus St. Veit, aber auch auf der Geriatrie und Palliativ-Station in Klagenfurt sowie im Bezirksaltenheim Haus Sonnhang in St. Veit ist Wadl im Einsatz. "Im Krankenhaus St. Veit sind wir immer willkommen, wir können sehr gut zusammenarbeiten", freuen sich die Hospizbegleiterinnen.


Das Leben

Wie geht man mit dem Geschehen um? "Wenn man sieht, wie schnell ein Menschen verfällt oder wie jung jemand gehen muss, belastet es schon. Aber so ist das Leben", findet Wadl.
"Es ist schon eine große Belastung. Man braucht einen Ausgleich, um weiterarbeiten zu können", sagt Steiner. Der Austausch mit Wadl sei hilfreich. Die Althofnerin zieht es zur Entspannung außerdem auf die Berge, Wadl findet Ausgleich in ihrer ehrenamtlichen Aufgabe, wie bei der Tafel des Roten Kreuzes. Beide betonen aber, wie viel Freude ihnen die Hospizbetreuung macht: "Es ist nicht nur todtraurig, sondern es gibt auch positive Erfahrungen. Man bekommt so viel zurück".


Hospiz stammt vom lateinischen "hospitium" und bedeutet Herberge.

Die Ausbildung
Die Ausbildung zum Hospizbegleiter wird vom Roten Kreuz bereits seit 2009 angeboten.
Neben allgemeinen Grundlagen, Psychologie, Kommunikation, Sozialarbeit und medizinischen Belangen werden auch ethische und rechtliche Aspekte vermittelt.
"Aus Liebe zum Menschen" ist einer der Leitgedanken: Diese Liebe zum Menschen soll auch im allerletzten Lebensabschnitt vermittelt werden. Ziel der Hospizarbeit ist es, schwerkranke, sterbende Menschen und deren Angehörige bis zu ihrem Abschied zu begleiten.

Noch mehr Infos
Nähere Informationen über die Hospizbegleitung hat Evelyn Pobaschnig, Rot-Kreuz-Landesstelle Klagenfurt, unter 0664/340 95 18.
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