02.10.2016, 21:14 Uhr

Zahlreiche Besucher bei der Ausstellungseröffnung

Am Langen Tag der Flucht am 30.9. eröffneten der Fotograf Michael Liebert und der Designer Stefan Radinger die Fotoausstellung „All Human“ im ARTelier 34 in der Sierningerstraße. Anlass dazu war der Lange Tag der Flucht, an dem das Caritas Integrationszentrum Paraplü über die aktuelle Situation von Flüchtlingen bzw. Neuerungen im Asylrecht informierte.
In der Galerie von Alexandra Csongrady und Erich Feilhauer wurden die Besucher sofort in den Bann fast lebensgroßer Fotoportraits von „Tandems“ gezogen. Asylwerbende und Einheimische, die im Laufe einiger Monate gute Kontakte zu den Afghanen, Syrern, Kaukasen, Irakern usw. aufgebaut hatten, waren bereit, sich vom Künstler Michael Liebert fotografieren zu lassen. Ihre gemeinsame Geschichte wurde in fast episodenhaft wirkenden Texten zwischen den Bildern montiert – das Gesamtkunstwerk hinterließ bei den meisten Betrachtern einen sichtbar starken Eindruck.
Kurz vor Eröffnung der Ausstellung kommt eine Gruppe vom Flüchtlingsheim Wartberg, die im Frühjahr bei den Fotoshootings dabei war, mit ihren österreichischen Freunden an. Darunter auch Ahmed. Beim Eintreten reißt er die Augen auf, braucht einige Sekunden, um sich zu orientieren und grinst schließlich von einem Ohr zum anderen. Haarscharf wie auf dem Foto, dessen „Tandem-Partner“ sein Wartberger Freund Gerhard ist. Auch heute trägt Ahmed ein rotes Polo-Shirt, wie auf dem Foto. Ob Absicht oder Zufall – wirkungsvoll ist das allemal. Auch Madina kreist den ganzen Abend immer wieder einmal um ihr Foto, ihre Augen leuchten.
Die Idee für diese Wanderausstellung entwickelten die Künstler übrigens gemeinsam mit der Kommunikationsabteilung der Caritas Oberösterreich. Premiere war in Steyr, aber gleich danach wird die Ausstellung weiterwandern. In Steyr kann man „All Human“ noch bis Freitag, 7.10., jeweils täglich von 16-19 Uhr im ARTelier 34, Sieringerstr. 34, besuchen.
Am Samstag, 1.10. und Sonntag, 2.10. gestaltete Alexandra Csongrady speziell für künstlerisch interessierte MigrantInnen einen Workshop, der regelrecht gestürmt wurde. „Plötzlich waren auch TeilnehmerInnen aus Linz und Enns da, und es war ein Werken und Tun, dass es nur so eine Freude war.“ Offenbar war so begeistert von der Ausstellung erzählt worden, dass viele Besucher zudem am Samstag und Sonntag „Porträts schauen“ kamen.
„Genau diese Dynamik wollten wir mit dem Projekt bewirken. Dass auch Menschen, die sonst nicht in Galerien gehen, neugierig werden. Manche wollen unbedingt wiederkommen, um die Bilder der Galeristen zu sehen!“ freut sich Hildegund Morgan vom Integrationszentrum Paraplü über das gelungene Rahmenprogramm.
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