17.05.2016, 13:17 Uhr

Eigener Strom aus dem Rohrbach

Werner Ratzberger erklärt die Einzelteile seines Kleinwasserkraftwerks.

Was alle anderen Kleinwasserkraftwerks-Betreiber aus Beton bauen, macht Ratzberger aus Holz.

REICHRAMING. Laut Kleinwasserkraft Österreich speisen 3.100 Kleinwasserkraftwerke in das öffentliche Versorgungsnetz ein und decken damit zehn Prozent des österreichischen Strombedarfs. Einer dieser „Selbstversorger“ und „Überschusseinspeiser“ ist Werner Ratzberger aus Reichraming. In erster Linie nutzt er den durch sein Kleinwasserkraftwerk erzeugten Strom selbst. Alles, was übrig bleibt, wird ins öffentliche Netz eingespeist. Damit können weitere 40 Haushalte mit Strom versorgt werden. „Wieviel tatsächlich geht, entscheidet aber allein der Wasserstand. Bei Niedrigwasser kann das Kraftwerk nur uns versorgen, bei Hochwasser sind theoretisch 100 weitere Haushalte möglich“, sagt Ratzberger.

Wasserrecht seit 400 Jahren

Seit mehr als 400 Jahren obliegt den Ratzbergers das Wasserrecht im Rohrbachgraben, „1600 ist unsere Mühle hier im Rohrbachgraben erstmals erwähnt worden“, so der Reichraminger. Ratzbergers Mini-Kraftwerk besitzt auch einen Fischaufstieg mit insgesamt zwölf Becken. Dass dafür teilweise auch betoniert werden musste, sieht man kaum. Auch sonst hat der Tischler beim Bau seines Ausleitungskraftwerks im Jahr 2013 mit Beton so gut es ging gespart: „Unser Kraftwerk ist auch ein klein bisschen einzigartig. Normalerweise ist das Einlaufbauwerk, welches zur Entnahme größerer Wassermengen aus Oberflächengewässern dient, aus Beton. Das wollte ich nicht. Bei meiner Recherche habe ich ein einziges, viel größeres Einlaufbauwerk in Österreich gefunden, dass aus Holz ist. Ich bin dort hingefahren und es hat mich schlussendlich so überzeugt, dass auch bei uns mit Holz gebaut wurde“, ist Ratzberger stolz. Vor rund 100 Jahren musste die bis dahin übliche Bauweise mit Holz dem Beton weichen. „Aber die Leute waren ja nicht blöd damals. Holz ist elastisch, was man von Beton nicht behaupten kann. Außerdem ist die Vereisungsgefahr wesentlich geringer“, so der Tischlermeister.
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