12.05.2016, 19:44 Uhr

"Habe meine persönliche Einschätzung wiedergegeben"

(Foto: BRS)

Museum Arbeitswelt Direktorin Katrin Auer nimmt zu ihrem Facebook-Titelbild Stellung.

STEYR. "Die aktuellen politischen Entwicklungen und Polarisierungen, die in Österreich und auch weltweit zu beobachten sind, bereiten mir Sorgen. Als Historikerin und Politologin betrachte ich diesen Rechtsruck mit besonderer Aufmerksamkeit. Mit einem Eintrag auf meiner privaten Facebook-Seite habe ich meine persönliche Einschätzung wiedergegeben, wie politische Orientierungen die individuelle Wahlentscheidung bei der österreichischen Bundespräsidentenwahl beeinflussen können. Die Aussage dieses Postings war polarisierend. Dies bedaure ich und ist auch der Grund warum ich diesen Facebook-Eintrag gelöscht habe. Aufgrund der nationalsozialistischen und austrofaschistischen Vergangenheit Österreichs erachte ich allerdings die Bewahrung der Demokratie und Verteidigung der Menschenrechte als wichtigste Verantwortung unserer Gesellschaft und Politik", nimmt Katrin Auer, Direktorin des Museums Arbeitswelt Stellung zu ihrem privaten Facebook-Titelbild.

Bis vor kurzen war ein Bild mit der Aussage "Linke und Liberale, Sozial- und Christdemokraten wählen Van der Bellen. Nazis wählen Hofer!" auf Auers privaten Facebook-Seite zu sehen.
Die rechtspopulistische Plattform unzensuriert.at hatte dieses Foto in ihrem Blog veröffentlicht und Auer vorgeworfen gegen Hofer-Wähler zu hetzen und ihnen nationalsozialistisches Gedankengut zu unterstellen. Weiters wird aufgezeigt, dass das Museum vor allem durch öffentliche Mittel der Stadt Steyr und des Landes finanziert wird und der SPÖ nahe stehend sei.

Deimek fordert Rücktritt
In einer OTS-APA Aussendung fordert der FPÖ-Nationalratsabgeordnetet Gerhard Deimek den Rücktritt von Auer: "Die Direktorin des ‚Museum Arbeitswelt’ in Steyr, Katrin Auer, fiel durch eine demokratiepolitisch untragbare Entgleisung auf: Die Wähler von Nobert Hofer mit dem verbrecherischsten Regime der Weltgeschichte in Verbindung zu bringen, ist schamlos und grotesk“.
Der Steyrer Vizebürgermeister Helmut Zöttl (FP) zeigt sich in der APA-Aussendung ebenfalls betroffen: „Wir werden diesen Vorfall breit und angemessen thematisieren. Derart totalitäres Gedankengut hat in Steyr nichts verloren“, kündigt Zöttl eingehende Gespräche mit der Sozialdemokratie an. „Wer sich Offenheit auf die Fahnen schreibt, der sollte nicht in sowjetischer Manier urteilen. Ich fühle mich aber bestätigt, die Förderungen mit Steuergeld für eine linksextrem agierende Geschäftsführung zu verweigern", so Zöttl.

Rücktritt nicht vorstellbar
"Der Vorstand des Museum Arbeitswelt distanziert sich klar von diesen Aussagen", erklärt Vizebürgermeisterin und Vorstandvorsitzende des Vereins Museum Arbeitswelt Ingrid Weixlberger (SP). Einen Rücktritt von Auer kann sich Weixlberger aus jetziger Sicht nicht vorstellen. "Aber eine Entschuldigung ist auf jeden Fall angebracht".
"Ich trenne strikt, was Katrin Auer als Privatperson macht und welche ausgezeichneten Leistungen sie als Direktorin des Museums bringt. Die Ausstellungen im Museum und der Stollen der Erinnerung sind Mahner, die auf die Verbrechen in der NS-Zeit hinweisen, damit so etwas nicht mehr passiert", so Vizebürgermeister Wilhelm Hauser (SP).
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