03.05.2016, 13:31 Uhr

Konsulent Franz Lugmayer verstorben

Konsulent Franz Lugmayer (Foto: Privat)

„Menschen zusammenführen und Begabungen gemeinsam fördern“
war das lebenslange Leitbild von Franz Lugmayer, Doyen der Erwachsenenbildung im Ennstal.

GROSSRAMING. Am 13. April, verstarb OSchR Franz Lugmayer, Konsulent der OÖ Landesregierung für Volksbildung und Heimatpflege, im 88. Lebensjahr.
Viele Jahre unterrichtete Lugmayer an der Großraminger Hauptschule, deren Direktor er ab 1980 bis zu seiner Pensionierung 1989 war. An diese Schule war auch die HS-Expositur Reichraming drei Jahre angeschlossen. Von 1980 bis 1995 leitete er in Großraming die Volkshochschule der AK, an der er nach den Bedürfnissen der Menschen zahlreiche Kurse initiierte und wofür ihm zweimal vom Volkshochschulverband das Verdienstzeichen anerkannt wurde.
Lugmayer war in verschiedenen ehrenamtlichen Funktionen tätig, u.a.als langjähriger Obmann des Vereins der Gemeinschaft für Dorfkultur. Besonders wird der Kultursommer 1979 unvergesslich bleiben, der als einer der ersten kulturellen Großveranstaltungen dieser Art von ihm ins Leben gerufen wurde und bald vielerorts Nachahmer gefunden hat. Hier gelang es ihm Bereiche der Volkskultur, Hochkultur und Wissenschaft zu verbinden.
Nach seiner Ausbildung an der Hochschule für Bodenkultur und dem Studium der Philosophie sowie der Natur- und Geisteswissenschaften war es Lugmayers lebenslanges Bestreben, eine Einheit zwischen Schul- und Erwachsenenbildung, Heimatpflege und Weltbildung auf der Grundlage der Menschenrechte zu erreichen. Zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften des Schulwesens, der Erwachsenenbildung und Kulturszene, sowie durch sein ganz persönliches Stilmittel, den Leserbrief, zeugen von der unermüdlichen wissenschaftlichen Arbeit. Gewürdigt durch eine Vielzahl von Auszeichnungen, wie der Verleihung des Leopold Kunschak-Preises oder des Goldenen Ehrenzeichens der Gemeinde Großraming. Alle historischen Arbeiten fanden Eingang im neuen Österreich Lexikon 1995.
Besonders hervorzuheben ist sein Buch „Eisen- und Stahlschnitt“, eine erste zusammengefasste Geschichte der Stahlschnittkunst, das in die Reihe der schönsten Bücher Österreichs aufgenommen wurde. (Neubearbeitung unter dem Titel „Kunst in Stahl geschnitten“)
In den letzten Jahren wirkte Lugmayer häufig als Initiator und Berater wissenschaftlicher Arbeiten. Bis zuletzt hat Franz Lugmayer in schreibender Weise die kulturelle und politische Szene in Österreich verfolgt.
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