25.04.2016, 07:58 Uhr

„Nachgehende Seelsorge“ - Mobile Seelsorgerin Irmi Irnberger aus Pfarrkirchen hilft überlasteten Familien abseits der Pfarren

Zerbrochene Ehen, überforderte Eltern, gestresste Kinder. In unserer Leistungsgesellschaft kommen Familien zunehmend unter Druck. Irmi Irnberger möchte helfen. Sie bietet in den Pfarren Rohr, Sattledt, Kremsmünster, Ried im Traunkreis und Sipbachzell eine mobile Form der Familienseelsorge an, die sich auch an jene richtet, die zur Pfarre keinen Kontakt haben.

Frei nach dem Motto: „Ich komme zu Ihnen nach Hause – wenn Sie in Ihrer Familie Lustlosigkeit und schlechte Laune verspüren. Ich bin nicht Ihre Mobil-Frisörin, dennoch mache ich Sie rundherum schön – von innen!“, geht die Lebens- und Sozialberaterin, die mit viel Humor und Hausverstand mit beiden Beinen fest im Leben steht, einfach hin zu den Wohnblöcken, läutet an den Türen und stellt ihr Angebot vor. In der Diözese Linz leistet sie mit ihrem Konzept der „nachgehenden Seelsorge“ Pionierarbeit.

Mehr Zeit durch Einfachen Lebensstil – Verzicht bringt mehr Lebensqualität

„Wer ist in den Pfarren da, wenn eine Beziehung nach Jahren auseinandergeht?“, fragt die Pfarrkirchnerin, die als Jugendleiterin auch in Linz gearbeitet hat - und kennt die Antwort: „Da passiert in der Regel wenig.“ Bei vielen Familien bröckelt es hinter der schönen Fassade“, sagt sie. Irnberger will DA-SEIN und ZUHÖREN, spontan und unkompliziert. Die Themen, mit denen sie Tag täglich konfrontiert wird, sind breit gefächert und reichen von Erziehungsfragen über Beziehungsthemen, Sexsucht, Gewalt, Alkoholmissbrauch bis hin zu Selbstmordgedanken.

„Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Es bleibt kaum noch Zeit: für die Beziehung, für die Kinder, für einen selbst.“ Wie viel Stress der Familienalltag sein kann, weiß die dreifache Mutter aus eigener Erfahrung. „Die Menschen sind übermüdet vom Alltag.“ Ihr Rezept für Stressabbau innerhalb der Familien ist ein einfacherer Lebensstil – denn, wer nicht alles braucht, der muss nicht so viel arbeiten. Wer verzichtet, hat wieder mehr Zeit.

Unkomplizierte Seelsorge am Puls der Zeit
Die ersten Familien nahmen ihr Angebot schon nach wenigen Wochen in Anspruch. Offenbar liegt sie damit am Puls der Zeit. Vergangenen September wurde das Projekt auf das gesamte Dekanat Kremsmünster ausgeweitet. Irnberger will zuhören, Rat geben, liebevolle Begleitung bieten – sich den Bedürfnissen der Menschen widmen.

Dabei ist es ihr wichtig, neue Formen von Gemeinschaften zu ermöglichen. „Ich habe manchmal den Eindruck, dass jeder für sich alleine dahinwerkelt.“ Mit Abenden für Alleinerziehende, Eltern-Kind-Gruppen oder Kursen für Paare will sie gegensteuern und Impulse zur Vernetzung setzen. Mit wie wenig ein Mensch auskommen kann, verdeutlicht sie den Menschen selbstredend bei ihren ALM AUSZEITEN, die sie als „Hobbysennerin“ in den Sommermonaten anbietet. Die nächsten Termine sind 27.6 bis 30.6., 20.7. bis 23.7. und 24.8. bis 27.8. Anmeldung unter 0676 87765834. Weitere Informationen sind auf Irnbergers Homepage: www.familienseelsorge.jimdo.com zu finden.
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Helga Tomasi aus Pinzgau | 25.04.2016 | 08:56   Melden
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Anita Buchriegler aus Steyr | 25.04.2016 | 09:48   Melden
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