19.10.2016, 02:00 Uhr

"Über Tellerrand hinausblicken"

(Foto: Privat)

BezirksRundschau sucht mit "Lernen fürs Leben" die besten Schulprojekte im Bezirk.

BEZIRK. Das österreichische Schulsystem ist oft mit negativen Vorurteilen besetzt. Man vergisst aber dabei, dass gerade im Projektunterricht hervorragende Arbeit von Pädagogen und Schülern erbracht werden. Die BezirksRundschau holt mit der Aktion "Lernen fürs Leben" die besten Schulprojekte der Region vor den Vorhang. Alle Projekte aus allen Schulstufen können dabei eingereicht werden. Zusätzlich wird ein Sonderpreis für Kindergartenprojekte vergeben. Inhaltliche Einschränkungen gibt es keine: Sozialprojekte, Wirtschaftsprojekte, Projekte mit Firmen, Gesundheitsprojekte sind ebenso erlaubt wie interdisziplinäre oder altersübergreifende Projekte.
Ein nominiertes Projekt ist "Mochila de Esperanza" (Rucksack der Hoffnung) der HTL Steyr. "Die übergeordnete Idee ist, in den Favelas von Lima in Peru 1000 Kindern den Beginn der Grundschule zu ermöglichen", erklärt Initiator Hans Gruber, Religionslehrer an der HTL Steyr. Das Projekt sorgt dafür, dass Kinder mit einem Schulrucksack mit allen nötigen Schulutensilien für ein gesamtes Schuljahr ausgestattet werden. "Bisher haben wir 650 Kindern mit jeweils 35 Euro diesen Schulstart ermöglicht", so Gruber. Dafür werden in der HTL und darüber hinaus verschiedene Projektaktivitäten veranstaltet, um das nötige Geld dafür zu sammeln. "Die Schüler sind recht aktiv daran beteiligt, vor allem bei unserem Café Andino, das jeden Donnerstag in der Mittagszeit für alle Schüler und Lehrer seine Pforten öffnet. Dabei gibt es Fairtrade-Kaffee und Mehlspeisen, die die Schüler mitbringen und verkaufen."

Maturareise einmal anders
Diese große Schulaktion fand ihren Höhepunkt heuer in einer Maturareise direkt in die Favelas von Lima. "Die Schüler packten bei ihrer Maturareise an und bauten in nur einer Woche eine wichtige Stiege, die ganz wesentlich als Schulweg für die Kinder dient", ist Gruber stolz. Mit dieser Aktion ist das Projekt aber noch lange nicht abgeschlossen. Drei weitere Klassen sind bereits in Vorbereitung, 2018 wieder eine Maturareise mit konkretem Sozialeinsatz in Peru zu absolvieren, um über den gewohnten sozialen Tellerrand hinauszublicken. "Die Jugendlichen lernen direkt den Kontakt mit der großen Welt und erkennen, dass wir alle in der einen Welt leben, nicht in einer ersten oder dritten Welt", so Gruber. Projektinfos: www.sanjuandelima.at
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