03.10.2016, 14:47 Uhr

„Wird immer Dinge geben, die in dem einen oder anderen Land besser sind“

Familie Pfaffhuber beim Sommerurlaub (!) 2015 in Südwest Norwegen (Foto: Privat)

Seit 1996 lebt Andi A. Pfaffhuber nun im Ausland, erst kürzlich ist er mit der ganzen Familie von Norwegen nach Australien übersiedelt.

STEYR. Wir drehen die Zeit auf das Jahr 1996 zurück. Andi A. Pfaffhuber ist gerade 21 Jahre alt und Student an der Montanuni in Leoben. Aber das Gelbe vom Ei ist das für Pfaffhuber nicht. Die Lösung: ein paar Semester an der TU Berlin. „Zurück kam ich niemals, sondern machte mein Diplom in Geophysik in Berlin und meinen Doktor (Polarforschung) in Bremen. Nach Norwegen zog mich dann die Liebe und ein guter Job als Geotechniker stellte sich schnell danach ein. Um ehrlich zu sein, zog ich ursprünglich auch nach Deutschland wegen einer Berlinerin und nicht nur der Uni wegen“, lacht Pfaffhuber. Derzeit ist er Abteilungsleiter und Geophysiker beim Norwegischen Geotechnischen Institut, einer privaten Stiftung, die Forschung und Consulting betreibt.

Teenietraum: Auswandern nach Australien

Kürzlich ist der gebürtige Steyrer von Norwegen nach Australien übersiedelt: „Ich träumte schon als Teenager davon, nach Australien auszuwandern. Jetzt durch meine norwegische Arbeit diese Möglichkeit zu bekommen, ist einzigartig.“ Ein Mal pro Jahr besucht Pfaffhuber seine Eltern in Österreich. Eines Tages zurück zu kommen, kann sich der 41-Jährige kaum vorstellen: „Jetzt bin ich bald mehr als die Hälfte meines Lebeins Auslandsösterreicher, habe nie in Österreich gearbeitet oder als Erwachsener gelebt.“

Stolz, Österreicher zu sein

Von der norwegischen Perspektive aus betrachtet, fehle Pfaffhuber das gute, österreichische Essen und der etwas entspanntere Umgang mit Alkohol. „Aber noch am meisten fehlte mir der Sommer. Der norwegische Winter ist halb so schlimm, Kälte und Schnee kennt man ja als Österreicher, aber ein Sommer, der nie wirklich warm ist, weckt das Heimweh an warme mitteleuropæische Sommer“, erklärt der Geotechniker. Österreich sei für Pfaffhuber dennoch ein schönes, sauberes, sicheres und stabiles Land. „Die, die über Österreich jammern, sollten mal in diversen anderen Ländern versuchen, zu leben. Ganz egal, welche Länder man vergleicht, es wird immer Unterschiede geben und es wird Dinge geben, die in dem einen oder anderen Land besser sind“, betont Pfaffhuber. Starken Aufholbedarf habe Österreich, was die Kombination von Familie und Karriere betreffe, „das sehe ich bei meinen österreichischen Freunden mit Famile.“ Dass er Österreicher ist, darauf ist Pfaffhuber aber stolz. „Obwohl ich nicht wirklich erklären könnte, auf was genau ich stolz bin. Wenn Wahlen sind, bin ich oft beschämt, Österreicher zu sein.“

Alle weiteren Infos auf Pfaffhubers Blog
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