18.08.2016, 14:52 Uhr

Olympia: Beach Volleyball geht dem Ende zu

(Foto: FIVB)
BEZIRK. Das olympische Beach Volleyball Turnier ist in die finale Phase gekommen. Das Team Doppler/Horst ist zum Teil schon nach Österreich zurück gekehrt, die Eindrücke nach dem Aus im Achtelfinale sind jedoch noch nicht vollständig verarbeitet.

„Natürlich haben wir das Ziel „Medaille“ verpasst, aber wir können und dürfen mit der gezeigten Leistung nicht gänzlich unzufrieden sein", so Clemes Doppler. "Wir haben an der Copacabana zwei Spiele gewonnen, darunter – als bis jetzt Einzige - Alison/Bruno auf ihrem Heimcourt vor lautstarken brasilianischen Fans in die Knie gezwungen. Die sind die Nr. 1 der Welt und stehen jetzt im Finale. Die Weltspitze ist momentan so breit und ausgeglichen, dass viele Komponenten über Sieg und Niederlage entscheiden. Nicolai/Lupo – gegen die wir die letzten drei Duelle gewonnen haben - sind nur als Lucky Loser aus der Gruppe gekommen und stehen jetzt trotzdem verdient im Finale. Alles ist möglich!“

Sein Partner Alexander Horst zeigt sich enttäuscht: „Ich hätte mir nichts mehr gewünscht, als hier eine Medaille zu gewinnen. Ich kann nicht verlieren und werde dies wohl bis zum Ende meiner Karriere nicht mehr lernen. Achtelfinale ist natürlich nicht schlecht, aber gegen die Kubaner hat die Leistung nicht gepasst.“

"Medaillen fallen nicht vom Himmel"

Zur allgemeinen Berichterstattung über das Österreichische Olympiateam meint Horst: „Für mich ist die Bezeichnung Olympia-Touristen nicht in Ordnung. Wenn sich jemand in direkten Duellen gegen viele andere Nationen oder über Zeitlimits für Olympia qualifiziert, gehört er zu den Besten der Welt und hat es verdient bei den Spielen anzutreten. Egal ob er dort in der ersten Runde ausscheidet oder Fünfter wird. Ein frühes Aus ist weder peinlich noch sonst irgendwas, die Leistungen liegen in allen Sportarten wirklich eng beieinander. Natürlich erhofft sich jeder bei den Olympischen Spielen eine Medaille, aber den Meisten bleibt dieser Wunsch unerfüllt. Wenn nur noch Sportler mit einer sehr hohen realistischen Medaillenchance als echte Profis bezeichnet werden und bei den Spielen antreten, dann werden bald nur mehr eine Handvoll Athleten starten - doch dann blieben alle Überraschungen aus und die Olympischen Spiele wären eine kurze Angelegenheit.“

Coach Robert Nowotny weißt auf die Fördermittel hin: „Das Binnenland Österreich war mit zwei Teams beim olympischen Beach Volleyball Turnier dabei, beide haben es direkt ins Achtelfinale geschafft. Das hätten wir ohne Fördermittel von Rio2016 nicht realisieren können. Die Investitionen in die sportliche Infrastruktur der Athleten waren sehr wichtig und sind eigentlich nicht mehr wegzudenken. Jetzt können wir endlich mit großen Sport- und Volleyballnationen mithalten und ihnen auf Augenhöhe begegnen. Medaillen fallen jedoch nicht vom Himmel, so wie Athleten nicht wie Schwammerl aus dem Boden schießen.“
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