23.03.2016, 09:35 Uhr

FH OÖ Campus Steyr: Physical Internet – die Zukunft des Gütertransportes

Die Physical Internet Forschungsgruppe (Foto: Logistikum der FH OÖ)

Das Land Oberösterreich investiert verstärkt in zukunftsfähige und nachhaltige Lösungen für den Gütertransport. Dabei steht der Stakeholder Dialog im Vordergrund. Das Logistikum der FH OÖ in Steyr arbeitet gemeinsam mit Unternehmen an einer praxisnahen Umsetzung für den Wirtschaftsraum. Ausgehend von einer Studie über internationale Best-Practice-Beispiele wird im ersten Schritt eine Simulation zum ‚Physical Internet‘ im Wirtschaftsraum OÖ geschaffen. Das Ziel des Projektes ATROPINE (Fast Track to the Physical Internet) ist es, eine ‚Physical Internet Modellregion‘ zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit zu gestalten.

STEYR. Das Physical Internet orientiert sich am Vorbild des digitalen Internet: Es gibt ein physisches Transportnetz und dessen Kapazitäten werden gemeinsam genutzt. Somit bringt das Physical Internet sowohl unmittelbaren ökonomischen Nutzen und - für das gesamte Transportsystem - auch ökologische Vorteile. Der Gütertransport wird deutlich effizienter, flexibler und nachhaltiger. Durch diese Neuorganisierung wird eine verbindende Klammer über die Bereiche Logistiktechnologie, Supply Chain Management und Transportwesen geschaffen.

Förderung durch EU-Expertengruppe

Das Denken in Netzwerken für zukunftsfähige Lösungen wird auch von der EU vorangetrieben. Somit ergibt sich für die nachhaltige Stärkung im Zentralraum Oberösterreich ein wichtiges Thema, das man unbedingt mitgestalten möchte. Projektleiter Dr. Oliver Schauer dazu: „Jetzt haben wir noch die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und das Modell für unsere Bedürfnisse anzupassen. In ein paar Jahren geht es wahrscheinlich nur mehr darum, ob man ‚mitspielen‘ darf und kann oder nicht.“ Eine EU-Expertengruppe aus Industrie und Forschung fördert das Thema Physical Internet im Rahmen der Initiative ALICE (‚Alliance for Logistics Innovation through Collaboration in Europe).

Was steckt hinter Physical Internet?

Die nächste Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung in Oberösterreich ergibt sich Ende März bei einem vom ‚Verein Netzwerk Logistik‘ (VNL) organisierten Treffen mit Unternehmen, die an einer Kooperation interessiert sind. Dabei geht es um Fragen wie: Was genau ist das Physical Internet? Was steckt dahinter? Welche neuen Technologien und Geschäftsmodelle werden dafür gebraucht? Was kann man von den Besten in der Branche lernen, die bereits Physical-Internet-Ansätze nutzen? Wie kann man hier am Standort Oberösterreich aktiv mitgestalten?

Das Projekt ATROPINE - gefördert aus dem strategischen Wirtschafts- und Forschungsprogramm Innovatives OÖ 2020 - wurde Anfang 2016 gestartet und ist zunächst auf zwei Jahre ausgelegt. Die Logistikbereiche der FH OÖ in Steyr und Hagenberg, der JKU und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie die RISC Software GmbH arbeiten gemeinsam mit dem Verein Netzwerk Logistik daran. Interessierte Unternehmen, die bei dieser Innovation ganz vorne dabei sein und sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen möchten, können noch einsteigen. Am 30.3.2016 findet in Linz ein Unternehmenstreffen mit dem Schwerpunkt ‚Stakeholder Dialog‘ statt - danach kann es im Mai mit der technologischen Umsetzung weitergehen.
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