09.03.2016, 08:58 Uhr

Logistikum der FH OÖ in Steyr forscht in Singapur

Franz Staberhofer und Markus Gerschberger mit dem QSAM Projektteam in Singapur. (Foto: Logistikum der FH OÖ)

Logistikum Leiter FH-Prof. DI Franz Staberhofer und sein Team durchleuchteten Anfang dieses Jahres in Singapur die Supply Chain eines Tochterunternehmens des Semperit Konzerns. In diesem Forschungsprojekt mit dem Transportinstitut der National University of Singapore (NUS) sucht man nach Potenzial, um die Versorgungskette des Unternehmens und seiner Partner zu verbessern.

STEYR. Warum Singapur? Der Stadtstaat in Südostasien übt grundsätzlich eine große Anziehungskraft auf Logistikforscher aus. Wegen seiner besonderen geografischen Lage und mit einem der größten Containerhäfen und einem der bedeutendsten Flughäfen der Welt ist Singapur ein wahrer ‚Logistik-Hub‘. Zudem ist der flächenmäßig sehr kleine Stadtstaat auf eine perfekte Logistikplanung angewiesen, um die Bevölkerung von etwa 5,5 Mio. zu versorgen. „Wir sind auf viele gemeinsame Forschungsansätze gestoßen. Gleichzeitig bringt die Kooperation aber auch für beide Partner neue Impulse“, so Prof. Staberhofer zur Zusammenarbeit. Der Projektpartner TLI (The Logistics Institute – Asia Pacific) der National University ist außerdem für die FH OÖ sehr attraktiv, da die NUS eine der Top-Universitäten in ganz Asien ist.


Ursache-Wirkung

Das aktuelle Projekt für SEMPERMED, eine Semperit-Tochter, liefert als Ergebnis eine optimierte Versorgungskette. Am Weg dahin wurde das Unternehmen vor Ort mithilfe der Methode QSAM (Quick Scan Audit Methodology) untersucht und alle Material- und Informationsflüsse dargestellt. Nach Interviews des QSAM Teams mit Mitarbeitern im Unternehmen und einer Bilanzanalyse wurden nach zwei intensiven Wochen die aufbereiteten Daten und Ursachen-Wirkungsbeziehungen präsentiert. Dazu gehörten auch mögliche Verbesserungspotenziale und - für SEMPERMED besonders interessant - jene zentralen Aktionen, die der Organisation die größte positive Hebelwirkung bringen würden.

Arbeiten im multikulturellen Umfeld

„Die Arbeitsweise des QSAM-Teams in unserem multikulturellen Umfeld war sehr effektiv und hat bei den Beteiligten hohe Akzeptanz erzeugt. Praxisnähe und breiter Denkansatz in der Projektarbeit ermöglichen uns das Überführen in arbeitsfähige Folgeschritte und Maßnahmen“, so Ernst Stölzel, Vice President für Global Procurement & Logistics der Semperit AG.

Das Logistikum hat aber parallel dazu für das Jahr 2016 noch mehrere andere gemeinsame Forschungsprojekte mit der NUS in Angriff genommen. Eines beschäftigt sich mit dem Thema ‚Health Care Supply Chains‘ und ein anderes mit dem Thema ‚Supply Chain Risk & Resilience‘. Die Zusammenarbeit ist auf einem tatsächlichen Know-How und Ressourcenaustausch aufgebaut – im März besuchen zwei Forscher aus Singapur das Logistikum an der FH OÖ in Steyr, im Mai arbeitet wieder ein Team aus Oberösterreich an der NUS mit und im Sommer findet eine gemeinsame ‚SCM Summer School‘ am Campus in Steyr und mit Unternehmensbesuchen und Real-Business Fallstudien in der Industrie im oberösterreichischen Zentralraum statt.
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