14.07.2016, 09:09 Uhr

ÖGB Steyr sammelt Unterschriften für Bürgerinitiative

Markus Kern (BMW), Erich Schwarz (MAN), Kurt Haslinger (SKF), Leopold Seylehner (SKF) und Markus Vogl (MAN) (v.l.n.r). (Foto: ÖGB)

Gewerkschaft kämpft für den Schutz heimischer Industriearbeitsplätze

STEYR. Mehr als 1100 Unterschriften für den Schutz der heimischen Industriearbeitsplätze sammelten die AktivistInnen des ÖGB Steyr bereits. Sie wehren sich gegen ruinöse Billigkonkurrenz aus China und fordern die Politik auf, die österreichische Stahlindustrie zu schützen. Die MAN-Betriebsratsvorsitzenden Markus Vogl und Erich Schwarz, die SKF-Betriebsratsvorsitzenden Kurt Haslinger und Leopold Seylehner sowie BMW-Betriebsrat Markus Kern übergeben die Unterschriften den Vorsitzenden der Gewerkschaften GPA-djp und Pro-Ge.

Schutzzölle gegen unfaire Konkurrenz gefordert
15.000 Menschen in Österreich arbeiten an 22 Standorten in der Stahlproduktion, 330.000 Beschäftigte sind es in 24 europäischen Ländern. Billigimporte aus China gefährden diese Arbeitsplätze massiv. Das völlige Aus droht, wenn China heuer im Rahmen der WTO als Marktwirtschaft anerkannt wird. Dann wären nämlich Antidumpingzölle für subventionierten, billigen Stahl nicht mehr möglich. „Für unsere Region mit mehr als 7.000 Industriearbeitsplätzen ist es überlebensnotwendig, dass die EU ihre Stahlindustrie und damit unsere Arbeitsplätze schützt“, sagt Vogl. Während die USA auf gewisse Stahlprodukte Schutzzölle von bis zu 265 Prozent einhebt, sind es in Europa schon jetzt nur bis zu 16 Prozent. „Wir sollten uns ein Beispiel an den USA nehmen. Dazu fordern wir, dass sich die österreichische Bundesregierung gegen eine automatische Anerkennung des Marktwirtschaftsstatus für China ausspricht. Zuerst muss China alle Kriterien für einen fairen Wettbewerb erfüllen. Das ist momentan nicht gegeben.“

Tausende Arbeitsplätze in der Region Steyr bedroht
Verschwindet erst die Grundstoffindustrie aus Europa, könnte in wenigen Jahren die verarbeitende Industrie (z. B. die Automobil- und Elektroindustrie oder der Maschinen- und Anlagenbau) folgen. Auch Zulieferbetriebe, industrienahe Dienstleistungen und Forschung wären betroffen und insgesamt Millionen von Arbeitsplätzen bedroht. „Deshalb sind wir Steyrer an vorderster Front bei der Unterschriftensammlung dabei. Wir hoffen auf massive Unterstützung der Bevölkerung“, betont Vogl. Unterschriftenlisten gibt es auf www.proge.at und auch im ÖGB-Regionalsekretariat Steyr in der Redtenbachergasse 1a kann unterzeichnet werden.
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