24.06.2016, 09:39 Uhr

Sensenwerk in der Laussa setzt auf Mikro-Windkraft

Gerhard Furtner, Geschäftsführer Sensenwerk Sonnleithner GmbH. (Foto: Sonnleithner)

Sonnleithner beteiligt sich mit 25 Prozent an deutschem Unternehmen.

LAUSSA. Im Sensenwerk Sonnleithner werden längst keine Sensen mehr geschmiedet – aber Ideen für eine nachhaltige Energieversorgung. Der Traditionsbetrieb in der oberösterreichischen Laussa beteiligt sich am deutschen Hersteller von Mikro-Windkraftanlagen FUSystems in Langenhagen (Niedersachsen). Das deutsche Start-Up Unternehmen wurde im Vorjahr für seine Mikro-Windkradftanlage SkyWind mit dem deutschen Industriepreis ausgezeichnet.
Das Sensenwerk Sonnleithner hat sich europaweit vor allem mit seinen Fahnenmasten, Poller, Schranken und Stadtmobiliar einen Namen gemacht. „Ich bin mehrmals von Kunden darauf angesprochen worden, ob man auf den Fahnenmasten nicht kleine Windräder montieren könnte“, sagt Geschäftsführer Gerhard Furtner. „Das hat mein Interesse an dem Thema geweckt und nach einigen Recherchen, vor allem aber durch einen Artikel über die Auszeichnung beim deutschen Industriepreis, bin ich auf Mikro-Windkraftanlagen von FUSystems aufmerksam geworden.“

Sonnleithner bringt seine Industrieerfahrung ein
Künftig wird der gesamte Einkauf und die Logistik des deutschen Herstellers in der Laussa abgewickelt. Furtner: „Wir bringen unsere Industrie-Erfahrung ein, die Mikro-Windräder passen sehr gut zu unserem Produkt-Portfolio.“ Ab August 2016 wird der gesamte Versand über den Standort in der Laussa abgewickelt. Im ersten Jahr sollen 800 Anlagen verkauft werden.
Mit rund 3.500 Euro schlägt sich eine Anlage beim Kunden zu Buche. Die maximale Leistung eines Windrades liegt bei etwa einem Kilowatt.

Kunden wollen sich aus der Abhängigkeit von Öl und Gas lösen
„Das ist ganz klar ein Präferenzmarkt. Wer sich ein Mikro-Windkraftwerk auf dem Dach montiert, rechnet nicht nach, wie und wann sich das rentiert“, sagt Furtner. „Es ist ein Zeichen für Umweltbewusstsein, für Autarkie und für weniger Abhängigkeit von Gas und Öl.“
Vor allem in Deutschland boomen Mikro-Windkraftanlagen – sehr oft in Kombination mit Photovoltaikanlagen. In einigen deutschen Ländern sind die Mikro-Windräder – sie dürfen eine überstrichene Rotorfläche von 2 Quadratmetern nicht überschreiten – nicht einmal genehmigungspflichtig.

Unternehmen hofft auf einfachere Genehmigungen
Österreich hinkt dem Trend hinterher. Hier sind Mikro-Windkraftanlagen von einer Baugenehmigung abhängig und es wird - wie in Deutschland auch – großer Wert auf Sicherheit gelegt. Zudem gelten für die kleinen Anlagen auf dem Hausdach in bestimmten Fällen die gleichen gesetzlichen Regelungen wie für Windkraftwerke mit Rotordurchmessern von 70 Metern – zum Beispiel was den Abstand zu bewohntem Gebiet beträgt.

Gesetzliche Bestimmungen in Österreich noch restriktiv
Dadurch ist die Montage der Anlagen zum Beispiel in Oberösterreich noch gar nicht erlaubt. Furtner hofft mittelfristig auf eine Liberalisierung und hat dafür gute Gründe: „Es gibt bei unserer Anlage für sämtliche sicherheitsrelevanten Fragen - wie Eis, Lärm, Blendschutz und Schattenwurf - Prüfzertifikate. Der Rotor der Mikro-Windkraft-Anlagen hat einen Durchmesser von eineinhalb Meter und die Gesamtanlage ist nur 15,5 Kilogramm schwer. Die statische Belastung für das Dach ist vergleichbar mit der einer Satellitenschüssel. “
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