11.09.2016, 18:44 Uhr

Gipfelkreuze: Schönborn stellt kritische Gegenfragen an Messner

(Foto: pixabay)

Früherer Extrembergsteiger hatte nach Vandalenakten in Bayern gemeint: "Gipfelkreuze gehören nicht auf den Berg!

(KAP). Kardinal Christoph Schönborn hat dem früheren Extrembergsteiger Reinhold Messner nach dessen Äußerung "Gipfelkreuze gehören nicht auf den Berg!" eine Reihe kritischer "Gegenfragen" gestellt: "Haben wir die Berge erschaffen? Sind wir die Eigentümer dieser Welt? ... Ist es nicht eine Freude, am Gipfel des Berges dem Schöpfer zu danken?" Das hätten unsere Vorfahren gewusst, die die Gipfelkreuze errichteten, so der Wiener Erzbischof. "Sind wir so viel gescheiter geworden als sie?"

Anlass für beider Stellungnahmen waren Vandalenakte in Oberbayern, wo nahe der Grenze zu Tirol drei Gipfelkreuze mutwillig mit Axthieben zerstört wurden. "Einmal mehr wird das Kreuz zum Ärgernis", so Kardinal Schönborn dazu in seiner Freitags-Kolumne in der Gratiszeitung "Heute". Bislang gebe es keinen Hinweis, wer hinter diesem Vandalismus stehe und ob eventuell ein Fall von religiösem Hass vorliegt.

Reinhold Messner würde - so zitierte ihn Schönborn - zwar niemals ein Gipfelkreuz zerstören, hätte jedoch auch nichts dagegen, wenn es künftig keine weiteren mehr gäbe. "Das Kreuz ist das christliche Symbol schlechthin. Die Gipfel aber, die doch der ganzen Menschheit gehören, sollen nicht mit dieser einen Weltanschauung besetzt werden", so der Standpunkt des Südtirolers. Dem hält der Kardinal entgegen: "Gerade heute tut es uns gut, an den Schöpfer erinnert zu werden. Wem verdanken wir die Schönheit der Berge?"

Theologin: Pluralismus erfordert Neubewertung

(KAP) Differenziert hat sich die in Innsbruck lehrende Theologin Claudia Paganini zu einer in der Schweiz ausgebrochenen Gipfelkreuzdebatte geäußert. In der Tradition der Gipfelkreuze sieht sie durchaus kritische Aspekte: "Es ging auch um ein Zeichen der Machtergreifung über den Berg durch Alpinisten", aber auch um eine Art Handel mit Gott: "Sich zu entschuldigen dafür, dass man den Gipfel, der als göttlich gedacht wurde, eingenommen und Gott dadurch irgendwie gekränkt hat. "

Die am Institut für Christliche Philosophie lehrende Innsbrucker Universitätsassistentin, die ein Buch über Gipfelkreuze verfasst hat, sieht darin durchaus kritische Aspekte, wie das Schweizer Katholische Medienzentrum kath.ch berichtete: "Es ging um ein Zeichen der Machtergreifung über den Berg durch Alpinisten", aber auch um eine Art Handel mit Gott: "Sich zu entschuldigen dafür, dass man den Gipfel, der als göttlich gedacht wurde, eingenommen und Gott dadurch irgendwie gekränkt hat."
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