21.03.2016, 08:00 Uhr

NACHGEDACHT: Ostern – die Hoffnung feiern

Von Jakob Bürgler, Diözesanadministrator der Diözese Innsbruck

Ostern 2016. Christen in aller Welt feiern das Fest der Auferstehung. Und alles geht so weiter wie bisher?
Die Nachrichten aus Syrien, dem Irak, der Türkei, der Ukraine, aus Nigeria und Libyen erschrecken uns. Manche Menschen ergreift Angst vor der Zukunft und sie sind davon wie gelähmt, Unzählige sehnen sich nach einer Zukunft in Frieden.

Frère Roger Schutz, der Gründer der Communauté de Taizé, fragte in seinem letzten unvollendetem Brief: „Was ist das für ein Frieden, den Gott schenkt?“ Es ist zunächst innerer Frieden, ein Frieden des Herzens. Er erlaubt es, einen hoffnungsvollen Blick auf die Welt zu richten, wenn auch oft Gewalt und Konflikte sie zerreißen.

Ostern weiß um die Abgründe des Lebens. Die Auferstehung bringt den überraschenden Ausgang des österlichen Geheimnisses: Jesus spricht vom Kreuz herab: „Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Die Kraft der Vergebung durchbricht den Mechanismus von Rache und Gewalt. Nicht von Unsterblichkeit ist zu Ostern die Rede, sondern von Auferstehung, Auferstehung vom Tod. So bricht das Leben neu durch.

Ändert sich etwas mit der Auferstehung Jesu? Sind nicht nach wie vor das Leiden und das Kreuz der Menschen erdrückend und ausweglos? Können wir Ostern wirklich feiern?
Ostern führt von der Sehnsucht nach Gott hin zum Licht der erlösenden Erfahrung der Auferstehung. Wer dieser Botschaft vertrauen kann, darf Hoffnung haben: Für seine Lieben, für die Menschen in Syrien und andernorts – und für sich selbst. Darum dürfen wir voll Freude Ostern feiern – und mit Ostern das Leben.
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