06.06.2016, 09:31 Uhr

Achtsamkeit!

Nach Genügsamkeit, folgt nun Achtsamkeit und lässt sich leicht lernen und praktizieren.

Achtsamkeit - so nützlich sie im Alltag auch sein kann - hat allerdings auch eine Schattenseite: Sie verstärkt. Heißt: Falls Sie bereits emotional erregt sind - Wut, Ärger, Frust, Trauer, Deprimierung - können Achtsamkeits-Übungen diese Gefühle eher noch steigern. In dem Fall ist es wichtig, dass Sie Ihre Situation und Emotionen so sachlich und nüchtern wie möglich betrachten: Ich stelle fest, ich bin gerade sehr wütend. "Sagen Sie, ich bin wütend". Indem Sie versuchen, die Phase ruhig und von außen zu analysieren, dann kehrt auch die Gelassenheit zurück.

Mein Tipp, lernen Sie Achtsamkeit:

3 kleine Achtsamkeitsübungen

Frühstück.
Statt wie sonst sich einen Kaffee oder Tee zu machen, ein Brot zu schmieren und dabei gleich über den kommenden Tag und dessen anstrengende Aufgaben zu sinnieren, nehmen Sie die Mahlzeit bewusst wahr: Die Hitze des Kaffees, seinen belebenden Duft, das Knuspern des Brötchens beim Aufschneiden, den Genuss des ersten Bissens, die Konsistenz des Aufschnitts... Wichtig ist allein, dass Sie sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren, den Moment bewusst zu erleben und nicht abzudriften.

Pendeln. Ob mit dem Auto oder mit der Bahn - die tägliche Fahrt ins Büro oder abends nach Hause bietet ebenfalls eine gute Gelegenheit, Achtsamkeit zu trainieren: Beobachten Sie die Menschen in der Bahn oder am Steuer, achten Sie auf Bodenunebenheiten, fühlen Sie die Straße, hören Sie die Windgeräusche, spüren Sie Ihren Sitz, riechen Sie die Gerüche der Fahrgäste (auch die unangenehmen), ... Aber nur sehen, hören, fühlen, riechen, nicht bewerten! So schärfen Sie zugleich die Sinne und entdecken Neues.

Büro. Wenn mal gerade etwas Leerlauf ist, gönnen Sie sich drei Minuten Pause und schauen Sie sich bewusst um: den Arbeitsplatz, den Schreibtisch, die Pflanzen im Büro - achten Sie auf kleine Details und lassen Sie sich Zeit, diese einzeln zu betrachten, am besten sogar noch zu berühren, abzutasten und zu fühlen. Folgen Sie dabei nur spontanen Impulsen: Was Ihnen vor die Sinne kommt, dem schenken Sie Ihre volle Aufmerksamkeit. Hauptsache, Sie lassen in dem Moment alles andere (im Job) los.

Das sind - wie gesagt - nur Übungen. Die kommen den meisten anfangs noch recht ungewöhnlich und vielleicht auch esoterisch vor. Das lässt aber nach. Und viel wichtiger: Sie lernen dabei, einen Weg aus dem Hamsterrad zu finden, den Sie jederzeit wieder einsetzen können.

Wenn Sie Ihrer inneren Stimme folgen, die Ihnen rät, keine weiteren E-Mails zu beantworten, sondern lieber darüber nachdenken, wie Sie sich Ihren Arbeitstag besser einteilen, dann sind Sie achtsam.

Wenn Sie erkennen, dass Sie sich konzentrieren müssen, damit Sie sich auf der Fahrt zu einem Meeting nicht verirren, dann sind Sie achtsam.

Spüren Sie den Unterschied?

Versuchen Sie es wenigstens!
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Elisabeth Staudinger aus Vöcklabruck | 06.06.2016 | 22:17   Melden
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Gerhard Heising aus Stubai-Wipptal | 06.06.2016 | 22:30   Melden
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Elisabeth Staudinger aus Vöcklabruck | 07.06.2016 | 14:44   Melden
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Elisabeth Schnitzhofer aus Tennengau | 11.06.2016 | 11:01   Melden
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