10.09.2016, 08:19 Uhr

Das aktuelle METEOSAT-10 Bild für Zentraleuropa.

Das aktuelle METEOSAT-10 Bild für Zentraleuropa. (Foto: Copyright DWD)
DWD
Hier wird mit Hilfe des Satelliten METEOSAT-10 ein RGB-Bild gezeigt. Es zeigt die Region Zentraleuropa in einer hohen Auflösung von 1,5km. Diese hohe Auflösung wird mit dem HRV-Kanal erreicht, einem Kanal im sichtbaren Teil des Spektrums. Hier ist dieser Kanal mit einem weiteren sichtbaren Kanal kombiniert.

Europa betreibt unter dem Namen METEOSAT (Organisation EUMETSAT) mehrere Satelliten auf geostationären Umlaufbahnen in jeweils etwa 36.000 km Höhe. Über dem Schnittpunkt von Nullmeridian und Äquator befindet sich mit METEOSAT 10 ein Satellit der neuesten Generation, welcher alle 15 Minuten die Erdscheibe in zwölf Spektralbereichen abtastet. Ein weiterer Satellit, METEOSAT 9, erstellt sogar alle 5 Minuten Bilder für einen Bereich von Nordafrika bis mittleres Skandinavien.

Die Messungen, flächendeckend und mit hoher zeitlicher Wiederholrate, haben großen Nutzen für Wetterüberwachung und -vorhersage. Die Kombination mehrerer Kanäle erlaubt die Herleitung verschiedenster Parameter zur Analyse der Wettersituationen. Zu den abgeleiteten Parametern gehören unter anderem Wolkenbedeckung und Wolkenart, Temperaturen von Erd- und Wolkenoberflächen sowie Feuchteparameter. Gerade in Verbindung mit anderen Daten wie Synop-, Radiosonden-, Niederschlagsradarbeobachtungen oder Blitzortungsdaten und der Betrachtung von Bildfolgen lassen sich Aussagen über die kurzfristige Wetterentwicklung der nächsten 1-2 Stunden machen. Aus der Verlagerung von Wolken- und Feuchtestrukturen zwischen aufeinander folgenden Bildern können Windvektoren abgeleitet werden, die neben anderen Parametern Eingang in die numerische Wettervorhersage (NWV) finden und dort zu einer Qualitätssteigerung führen.

Eine weitere Qualitätssteigerung in der NWV wird durch die Beobachtungen des in 800-900 km Höhe polnah umlaufenden Satelliten, wie METOP (EUMETSAT), NOAA und Suomi NPP erzielt. Diese liefern neben Satellitenbildern weitere Daten, wie abgeleitete Vertikalprofile von Temperatur und Feuchte oder Windvektoren an der Meeresoberfläche für die NWV. Der Vorteil gegenüber geostationären Satelliten liegt in der globalen Abdeckung einschließlich der Polregionen und der besseren Auflösung.

Aber auch zur Überwachung von Ozon und anderen Spurengasen, für das Klimamonitoring und weitere Bereiche stellen polnah fliegende Satelliten wertvolle Informationen zur Verfügung.

Aktuelles System der internationalen Wettersatelliten siehe Bild 2.
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Günter Kramarcsik aus Landeck | 10.09.2016 | 10:50   Melden
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Gerhard Heising aus Stubai-Wipptal | 10.09.2016 | 13:04   Melden
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Günter Kramarcsik aus Landeck | 10.09.2016 | 17:04   Melden
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Gerhard Heising aus Stubai-Wipptal | 10.09.2016 | 21:03   Melden
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Elisabeth Staudinger aus Vöcklabruck | 16.09.2016 | 06:28   Melden
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