30.05.2016, 09:36 Uhr

ILA 2016 Berlin

DLR Forschungsflugzeug ATRA (Foto: copyright DLR: Quelle: DLR (CC-BY 3.0).)
DLR-Pressemitteilung vom 27. Mai 2016

DLR auf der ILA 2016: Forschungsflugzeuge, Feuermelder aus dem All und 125 Jahre Menschenflug

ILA AIR Show

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Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) präsentiert sich auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA Berlin Air Show vom 1. bis zum 4. Juni 2016 mit aktuellen Projekten und Forschungsergebnissen aus den Bereichen Luftfahrt, Raumfahrt und Energie.

Das DLR ist auch 2016 wieder einer der größten institutionellen Aussteller und wird auf rund 700 Quadratmetern in Halle 4, im Space Pavilion, am Stand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in Halle 2 und im ILA CareerCenter Einblicke in seine Forschungsarbeit geben. Auf dem Außengelände der ILA präsentiert das DLR verschiedene Flugzeuge und einen Hubschrauber aus seiner Forschungsflotte sowie einen exakten Nachbau des bekanntesten Fluggleiters von Otto Lilienthal, der vor 125 Jahren als erster Mensch in einem Flugzeug geflogen ist.

"Auf der ILA 2016, als der nationalen Leitmesse für Luft- und Raumfahrt in Deutschland, präsentiert sich das DLR mit Forschungsergebnissen, die dazu beitragen, die globalen Herausforderungen im Interesse der Gesellschaft zu lösen", sagt Frau Prof. Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des DLR. "Die ILA mit ihrer hohen internationalen Ausstrahlung bietet dem DLR ideale Möglichkeiten für den wissenschaftlich-technischen Informationsaustausch und die Intensivierung unserer internationalen Beziehungen. Denn Wissenschaft und Forschung verbinden Menschen über alle Grenzen hinweg."

Das DLR wird vom 31. Mai bis zum 4. Juni auf Facebook täglich in kurzen Livevideos von der ILA berichten. Die beiden Pressekonferenzen des DLR (1.Juni, 11.00 und 2. Juni, 15:30) werden auf der Socialmedia-Plattform Periscope übertragen.

DLR-Forschungsflieger auf der ILA

Als Betreiber der größten zivilen Forschungsflotte Europas stellt das DLR auf dem Außengelände der ILA drei Forschungsflugzeuge, einen Hubschrauber sowie das Parabelflugzeug A310 ZERO-G vor. Mit dem ZERO-G werden wissenschaftliche Parabelflüge zur Forschung in Schwerelosigkeit durchgeführt. Biologen, Mediziner, Sportwissenschaftler, Physiker und Ingenieure experimentieren an Bord, bereiten ihre Forschungsprojekte für weitere Untersuchungen, zum Beispiel auf der Internationalen Raumstation ISS vor und testen Geräte für den Einsatz im Weltraum. Auf der ILA können Besucher das vom DLR und der französischen Firma Novespace betriebene Flugzeug für die Forschung unter Weltraumbedingungen unter "normalen Gravitationsbedingungen" begehen. Das DLR präsentiert auch den Airbus A320-232 "D-ATRA" (Advanced Technology Research Aircraft), das größte Flugzeug der DLR-Forschungsflotte. Das Flugzeug bietet Luftfahrtforschern und Kooperationspartnern aus der europäischen Luftfahrt vielfältige Möglichkeiten, Flugzeuge in den Bereichen Aerodynamik, Avionik sowie der Triebwerkskonzepte und beim Kabinenkomfort weiterzuentwickeln. Wissenschaftler untersuchen mit dem ATRA – im Flug und am Boden – unter anderem neue Kommunikationstechnologien für die Zukunft des Luftverkehrs.

Nachbau des Lilienthal-Gleiters

Das DLR hat das erste Serienflugzeug der Welt originalgetrau nachgebaut und präsentiert den sogenannten "Normalsegelapparat" auf der ILA erstmals der Öffentlichkeit. Mit dem Nachbau soll das Wirken des Luftfahrtpioniers Otto Lilienthal, der vor 125 Jahren als erster Mensch in einem Flugzeug geflogen ist, gewürdigt werden. DLR-Wissenschaftler testeten die Flugeigenschaften und die Manövrierfähigkeit des Segelgleiters im niederländischen DNW-Windkanal und im DLR Göttingen. Auf der ILA werden erste Ergebnisse dieser Untersuchungen vorgestellt.

Highlights aus der Luft- und Raumfahrtfahrtforschung

Am Stand in Halle 4 zeigt das DLR mit über 30 Exponaten eine Auswahl seiner laufenden Forschungsprojekte. Darunter zum Beispiel der unbemannte Forschungshubschrauber superARTIS, der seine Umwelt eigenständig erkennt, selbst navigiert und damit seinen Pfad sowie seine Flugmanöver selbst berechnen kann. Durch eine Virtual-Reality-Brille können Besucher am DLR-Stand neue Triebwerkstypen erkunden. Sie werden dabei feststellen, dass Triebwerke der Zukunft größer aber auch treibstoffsparender werden. Ergebnisse aus dem Bereich der DLR-Energieforschung kommen auch in der Luftfahrt zum Einsatz: Synthetische Treibstoffe, die aus Erdgas oder Biomasse hergestellt werden, haben bessere Verbrennungseigenschaften als konventionelles Kerosin und damit ein hohes Potential für einen umweltfreundlicheren Luftverkehr. Am DLR-Stand zeigen Forscher die unterschiedliche Rußbildung von konventionellem und synthetisch hergestelltem Kerosin an zwei Demonstrationsbrennern. In Halle 2 zeigt das DLR am Stand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) unter anderem, wie durch Gegenschall Triebwerksgeräusche unterdrückt werden können. Das im Projekt LeiLa (Leiser Luftfahrtantrieb) entwickelte Verfahren basiert auf der punktuellen Einblasung von Druckluft zwischen Rotor und Stator.

Feuermelder und Überlebenskünstler im All

Am Hauptstand in Halle 4 stellt das DLR die Satellitenmission BIROS (Berlin Infrared Optical System) vor. Mit dem Start des kleinen Satelliten voraussichtlich im Juni 2016 erhält der bereits im All fliegende Satellit TET-1 einen Partner für die Waldbrand-Früherkennung aus dem Weltraum. Ausgestattet mit Infrarotkameras werden die beiden Satelliten aus 500 Kilometern Höhe weltweit nach Waldbränden Ausschau halten. Das DLR zeigt an seinem Stand zudem das Experiment BIOMEX (Biology and Mars Experiment). In diesem Forschungsprojekt sind Organismen wie Bakterien, Algen, Pilzen, Flechten und Moose 2014 an der Außenseite der Internationalen Raumstation ISS den harschen Weltraumbedingungen ausgesetzt worden. Die Proben kehren im Sommer 2016 zurück zur Erde und sollen zeigen, ob die unterschiedlichen Organismen überleben konnten. Ausgestellt ist auch der Asteroidenlander MASCOT (Mobile Asteroid Surface Scout), der seit dem 3. Dezember 2014 auf dem Weg zum Asteroiden Ryugu (1999 JU3) ist. An Bord der japanischen Sonde Hayabusa2 wird Mascot 2018 sein Ziel erreichen und auf der Asteroidenoberfläche aufsetzen. Ausgestattet mit verschiedenen Instrumenten wird der gerade einmal schuhkartongroße Lander die Asteroidenoberfläche erkunden und auch die Oberflächentemperatur sowie das Magnetfeld des Asteroiden ermitteln.

GAIA, der Baum des Lebens im Space Pavilion

Mehr als 20 Themen präsentiert das DLR in der Raumfahrthalle – dem so genannten Space Pavilion ebenfalls in Halle 4. Hier "wächst" GAIA, der Baum des Lebens, kopfüber aus der Decke und versinnbildlicht das Motto des Space Pavilion "Space for Earth, Raumfahrt zum Nutzen der Erde". Das DLR zeigt in der Raumfahrthalle zum Beispiel, wie winzige Plasmakristalle entstehen und warum die Forschung auf der ISS wichtig für irdische Entwicklungen ist. An einem Mitmach-Exponat können die Besucher erfahren, wie superschnelle Laser im All unsere Kommunikation auf der Erde revolutionieren. Zu sehen ist auch das siebenäugige Röntgenteleskop eROSITA, das 2017 als Hauptnutzlast der russisch-deutschen Satellitenmission "Spektrum-Röntgen-Gamma" ins All startet, auf der Suche nach unbekannten Neutronensternen, Quasaren und Galaxienhaufen. Partner des Space Pavilion sind das DLR, die Europäische Weltraumorganisation ESA, der Bundesverband der Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Am 2. Juni findet im Space Pavilion der ILA Space Day mit zahlreichen Vorträgen und Diskussionsrunden statt, am Nachmittag des 3. Juni und am 4. Juni gibt es den "Astronauts‘ Day" für die allgemeine Öffentlichkeit. Am 3. Juni ist der Space Pavilion bis 20 Uhr geöffnet.

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Gerhard Heising aus Stubai-Wipptal | 30.05.2016 | 11:51   Melden
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