11.07.2016, 23:12 Uhr

Technologien für humanitäre Hilfe

ZKI Map Notfallkartierung: Hungerhilfe in Somalia (Foto: copyright DLR: Quelle: DLR (CC-BY 3.0).)
DLR Montag, 11. Juli 2016
Eine Welt ohne Hunger - für dieses Ziel arbeitet das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (UN World Food Programme, WFP) mit Partnern aus Politik, Industrie und Wissenschaft. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützt humanitäre Hilfe seit vielen Jahren. Die wachsende Bedeutung von Technologien und Innovationen im Kampf gegen den Hunger und in Reaktion auf weltweite Notlagen wurde am 11. Juli 2016 im Rahmen des offiziellen Starts des WFP Innovation Accelerators mit internationalen Akteuren auf höchster Ebene diskutiert. Die neue Einrichtung des WFP wurde von Ertharin Cousin, WFP-Exekutivdirektorin, Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier, Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller und dem Bayrischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner in München eröffnet.

"Mit der Bereitstellung und Weiterentwicklung seiner Technologien zur Unterstützung weltweiter humanitärer Hilfe will das DLR einen Beitrag leisten, unter anderem die Ernährungslage in der Welt zu verbessern und den Hunger zu beenden. Dazu können wir verschiedene Kompetenzen und Synergien aus den Forschungsbereichen Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr und Sicherheit einbringen", so DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Pascale Ehrenfreund während der Auftaktveranstaltung.

Hightech für humanitäre Hilfe hat das DLR bisher vor allem im Bereich der Fernerkundung nutzbar gemacht, beispielsweise in Form von sehr rasch erstellten Überblickskarten für Einsatzkräfte in Katastrophengebieten. Für die Planung von Versorgungsflügen können Satellitendaten auch Aufschluss darüber geben, ob Nahrungsmittelrationen an den richtigen Stellen abgeworfen werden. Das ist jedoch erst der Beginn der Anwendungsmöglichkeiten von Hochtechnologien: "Neben der heute stark nachgefragten Satellitenfernerkundung zur Bewertung humanitärer Notlagen benötigen Hilfsorganisationen zum Beispiel Unterstützung in der dezentralen Energie- oder Wasserversorgung. Die Helfer sind außerdem ständig auf der Suche nach besseren Satellitenkommunikationslösungen und zunehmend Hightech-Lösungen bei der Krisenfrüherkennung", berichtet Prof. Günter Strunz vom Erdbeobachtungszentrum (EOC) des DLR in Oberpfaffenhofen.

In Krisensituationen und Naturkatastrophen müssen Technologien schnell und nutzbringend zum Einsatz kommen. Das DLR ist in der Lage, operationelle Forschung zu betreiben und Unterstützung für Hilfseinsätze innerhalb kurzer Zeit umzusetzen. Hierfür sollen die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in diesem Bereich noch enger vernetzt werden, um Synergiepotentiale noch besser für die technische Unterstützung der humanitären Helfer in Krisengebieten zu nutzen - für die Hilfe eine wichtige Stärkung.

Das UN Welternährungsprogramm ist die größte humanitäre Organisation der Welt und unterstützt jährlich mehr als 80 Millionen Kinder und Erwachsene in rund 80 Ländern. Demgegenüber stehen 795 Millionen Menschen, die Hunger leiden, jeder Neunte weltweit. Besondere Unterstützung soll nun über den WFP Innovation Accelerator erfolgen: Er dient als Plattform für Einsatzkräfte, Forscher, Entwickler, Unternehmensgründer und andere Innovatoren, um die besten Technologien, Anwendungen und Geschäftsmodelle zu identifizieren und schnell in betroffenen Regionen umzusetzen - und dazu beitragen, den Hunger bis 2030 zu beenden.
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