12.05.2016, 17:10 Uhr

Bub nach Fenstersturz wieder wohlauf

MÜHLBACHL. Schon am 12. Mai 2016 durfte ein Vierjähriger, der sich beim Sturz aus dem Fenster verletzt hatte, wieder zurück nach Hause. Der Unfall passierte am Vorabend, nachdem der Bub und sein Bruder bereits zu Bett gebracht worden sind. Die Zwillinge dürften selbstständig die Jalousien sowie das Fenster geöffnet haben und auf die Fensterbank geklettert sein. Dabei stürzte der kleine Mühlbachler rund drei Meter tief auf den Asphalt und verletzte sich an Unterschenkel und Kopf. Er wurde nach der Erstversorgung durch den Notarzt in die Innsbrucker Klinik gebracht. Glück im Unglück, der Verdacht auf eine schwere Verletzung bestätigte sich nicht.

Fensterstürze zählen häufig zu den schwersten Unfällen bei Kindern. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) empfiehlt daher Eltern Fenstersicherungen. Mit dem Einsetzen der frühlingshaften Temperaturen steigt das Risiko für Fensterstürze. Durchschnittlich alle drei Wochen soll österreichweit ein derartiger Unfall passieren – oft mit weit gravierenderen Folgen. „Schon ein Sturz aus dem Erdgeschoß kann zu lebensgefährlichen Wirbelsäulen- und Schädelverletzungen führen. Alleine im Vorjahr wurden in Österreich zwei Kinder durch Fensterstürze getötet und elf Kinder zum Teil schwerst verletzt“ “, erläutert Othmar Thann, Direktor des KFV.

Besonders gefährdet sind Kinder zwischen zwei und vier Jahren, da in diesem Alter die Schnelligkeit und Geschicklichkeit der Kinder stark zunimmt, von den Eltern aber oft unterschätzt wird. Schon ein kurzer Moment, in dem Aufsichtspersonen unaufmerksam sind, reicht für Kinder aus, um unbemerkt aufs Fensterbrett oder den Balkon zu klettern. Gefährdet sind diese Kinder auch, weil sie die Gefahr in diesem Alter noch nicht verstehen und neugierig sind.

Am besten geeignet sind Sperren, die bereits in den Fenstergriff integriert sind und mit einem Schlüssel zu öffnen sind. Ein nachträglicher Einbau von Kindersicherungen bei Fenstern kann schlimmes verhindern. „Lassen Sie Ihr Kind, wenn Sie einen Raum lüften, nie alleine in diesem Zimmer“, appelliert Thann auch an die Aufsichtspflicht der Eltern.

KFV-Sicherheitstipps gegen Fensterstürze

  • Lassen Sie Kinder beim Lüften eines Raumes nie aus den Augen und nehmen Sie sie mit in einen Nebenraum, wenn sie den Raum verlassen!

  • Statten Sie Fenster und Balkontüren mit versperrbaren Fenster- und Türsicherungen aus!

  • Fenstersicherungen können nachträglich an Fenstern angebracht werden!

  • Stellen Sie keine Sessel, Tische, etc. in die Nähe von Fenstern oder Balkontüren – Kinder nutzen Sie geschickt als „Kletterhilfen“!

  • Vergessen Sie beim Fenster reinigen nicht darauf, Ihr Kind von offenen Fenstern fernzuhalten. Ein kleiner Moment reicht oft aus, dass ein Kind zum Fenster hinaufsteigt!

  • Keine Anreize auf Fensterbretter oder Balkonbrüstungen ablegen!

  • Achten Sie drauf, dass Fenstersicherungen dem Alter ihres Kindes angemessen sind.
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