14.07.2016, 16:16 Uhr

MIT VIDEO: Hubschrauber konnte nicht fliegen – harter Einsatz für Bergrettung Neustift

Matthias Arndt aus Görlitz/Sachsen wurde nach mehreren Stunden von der Bergrettung Neustift nach einem Absturz am Stubaier Höhenweg gerettet. Er liegt nun mit Verletzungen im Krankenhaus Innsbruck (Foto: zeitungsfoto.at)
NEUSTIFT (cia). Einen besonders schwierigen Bergungseinsatz absolvierte die Bergrettung Neustift am 13. Juli. Der Deutsche Matthias Arndt hatte sich schwer verletzt, als er zur Mittagszeit im Bereich des „Simmingjöchls“ mehrere Meter abstürzte. Die Bergretter mussten den Mann zu Fuß mit einer Trage zur Nürnbergerhütte bringen, da das Wetter keinen Hubschrauberflug zuließ.

"Der Abtransport war ein Knochenjob", beschrieb Ortsstellenleiter Helmut Haas den Einsatz. Man habe aber schon zu Beginn des Einsatzes mit harten Bedingungen gerechnet. Da ja alle Mitglieder Einheimische seien, kennen diese das Gebiet entsprechend gut. "Da weißt du genau, worauf du dich einstellen musst", so Haas. So konnten sie mit starkem Regen sowie Schneefall, Nebel und auch Blitz und Donner zurechtkommen.



Der Unfall, bei dem sich der Mann Kopfverletzungen und Rippenbrüche zuzog, ereignete sich laut Haas an einer denkbar ungünstigen Stelle. Der Ort im Bereich des 2.754 Meter hohen Simmingjöchls sei von beiden Seiten nur schwierig über zum Teil seilgesicherte Steige und einen Wildbach zu erreichen, so Haas.

"Gott sei Dank haben wir es bis halb zehn auf die Hütte geschafft", erklärt Haas. Von dort aus wurde der Verletzte, der nach Polizeiangaben mit seiner Frau und zwei Kinder am Stubaier Höhenweg unterwegs war, mit der Seilbahn in das Tal gebracht und nach 22 Uhr der Rettung Fulpmes übergeben. 16 Bergretter standen im Einsatz.

Sie wurden nach der Bergung auf der Nürnbergerhütte verpflegt, und machten sich im Anschluss in trockener Kleidung auf den Abstieg ins Tal, wo alle wohlbehalten ankamen. Abgeholt wurden sie gegen ein Uhr morgens von der Bsuach-Alm von einem Fahrzeug der Feuerwehr Neustift, mit der eine "wunderbare" Zusammenarbeit bestehe. Dass die Bergrettung Neustift über kein eigenes Fahrzeug verfüge, sei deshalb kein Nachteil – eher im Gegenteil: "So bindet man auch keine Leute im Einsatz ans Fahrzeug."

Arndt wird zurzeit in der Innsbrucker Klinik behandelt.
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