21.03.2016, 13:01 Uhr

Paneuropabewegung: Nachbarschaft statt Grenzzaun

Johann Hörtnagl aus Fulpmes (li.) ist Vizepräsident der Paneuropabewegung, Rainhard Kloucek Generalsekretär.

Paneuropabewegung über geplantes Grenzmanagement am Brenner – Vizepräsident aus Fulpmes.

BRENNER (cia). Als älteste europäische Einigungsbewegung haben die Verteter von Paneuropa einen besonderen Bezug zum geplanten Grenzmanagement am Brenner. Vizepräsident Johann Hörtnagl und der Generalsekretär Rainhard Kloucek betonten in der Vorwoche, wie wichtig es sei, die Außengrenzen zu sichern, anstatt wieder innereuropäische Grenzen aufzubauen.

Eine Meinung, die bereits vor einiger Zeit auch von Präsident Karl Habsburg bei Beginn der Grenzkontrollen an der bayrischen Grenze äußerte. Für die Paneuropabewegung ist Reisefreiheit "Grundlage eines modernen, friedlichen Europas, in dem Nachbarschaft und nicht Grenzzäune dominieren."

"Gerade in den Regionen steckt der Reichtum Europas", wie Hörtnagl betont. Insbesondere was das Thema Integration betrifft, kann er hier auf die Erfahrungen in seiner Heimatgemeinde Fulpmes verweisen. "Als eigenverantwortliche Menschen müssen wir uns fragen, was ist uns die Einheit Europas wert?", verweist er darauf, dass man auch selbst Verantwortung übernehmen müsse.

Kloucek vermutet, dass die Kosten für Binnengrenzen die einer gesamteuropäischen Lösung übersteigen könnten. Für beide ist das Fehlen einer gemeinsamen europäische Außenpolitik mit ein Grund, warum eine gemeinsame Lösung nicht umsetzbar zu sein scheint. "Mit dem Schengenkonzept gibt es ja theoretisch einen gemeinsamen Schutz der Außengrenzen. Man hat aber dafür nicht die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen", so Kloucek. Er spricht dabei wörtlich sogar von "Staatsversagen".

Die Paneuropabewegung:
Paneuropa geht auf den Österreicher Richard Coudenhove-Kalergi zurück. Die Organisation verfolgt die Idee einer europäischen Einigung auf Basis von Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Subsidiarität. Im Vordergrund stehen dabei die Freiheit des Einzelnen und die Freiheit der Völker, in Frieden miteinander zu leben.
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